Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Erstes Quartal 2026
-
Tiefrote Zahlen bei Biontech

Die Nachfrage nach dem einst so begehrten Corona-Impfstoff, der das Unternehmen Biontech groß machte, geht zurück. Unter dem Strich steht für das erste Halbjahr 2026 ein Milliardenverlust. Das Unternehmen will daher mehrere Standorte schließen.
AutorKontaktdpa
Datum 04.08.2026  15:35 Uhr

Die weltweit geringere Nachfrage nach Covid-19-Impfstoff hat Biontech im ersten Halbjahr 2026 einen Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand bei den Mainzern in den ersten sechs Monaten ein Minus von 1,35 Milliarden Euro (Vorjahr: 802,4 Millionen Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Der Verlust für das zweite Quartal belief sich demnach auf 820,8 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 386,6 Millionen Euro). Der Umsatz in dem Quartal lag mit 105,6 Millionen Euro deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (260,8 Millionen Euro).

Auf die Nachfrage nach dem Vakzin drückt demnach auch, dass in Deutschland bestehende Impfstoffvorräte in der Impfsaison 2026 genutzt werden können. Biontech rechnet entsprechend auch mit weniger Umsatz im Gesamtjahr 2026. Die Mainzer gehen nunmehr von Erlösen zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden Euro aus. Noch im März hatten sie von 2 bis 2,3 Milliarden Euro gesprochen.

Unternehmen spricht von Kostendisziplin

Verändert haben sich mit der Vorlage der Zahlen auch die angepeilten Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Gesamtjahr. Biontech spricht nun von 2 bis 2,3 Milliarden Euro,  zuvor war von 2,2 bis 2,5 Milliarden die Rede. Es werde bei der Entwicklung neuer Produkte priorisiert, erklärte das Unternehmen und sprach von verstärkter Kostendisziplin.

Im Mai hatte Biontech angekündigt, Standorte in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen bis Ende 2027 zu schließen. Der Betrieb in Singapur soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 eingestellt werden.

Ungeachtet dieser Zahlen sieht sich Biontech auf gutem Wege bei der Entwicklung neuer Produkte, vor allem in der Onkologie. In dem Bereich sei die Pipeline deutlich vorangebracht worden, sagte Unternehmenschef Ugur Sahin.

Ein Hoffnungsträger ist etwa ein Wirkstoffkandidat namens Pumitamig, früher BNT327, zu dem späte Studien etwa für Lungen- und Brustkrebs laufen. Außerdem setzt Biontech auf Immuntherapien auf mRNA-Basis sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Dabei sollen Wirkstoffe einer Chemotherapie mithilfe von Antikörpern gezielter an Krebszellen gebracht werden.

Mehr von Avoxa