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Förderbilanz seit 2023
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Thüringen fördert bislang nur sechs Landapotheken

Seit Jahren gehen die Zahlen der Apotheken deutschlandweit zurück. Das Land Thüringen versucht, die Situation mit einer Landapothekerförderung zu ändern. Doch wie sehen die aktuellen Zahlen aus? Die PZ hat beim Landesverwaltungsamt nachgefragt.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 09.10.2026  10:30 Uhr

Das östliche Bundesland hat sich im Jahr 2023 auf eine Förderung für approbierte Apothekerinnen und Apotheker geeinigt, die eine Landapotheke übernehmen oder neu gründen möchten. Als Landapotheken gelten Apotheken in Thüringer Gemeinden mit weniger als 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Wie das Thüringer Landesverwaltungsamt (TLVwA) auf PZ-Anfrage mitteilt, seien seit 2023 sechs Niederlassungen von Apotheken mit insgesamt 245.000 Euro gefördert worden. Zudem wurden drei Anfragen abgelehnt.

Die Niederlassungsförderungen wurden in ganz Thüringen verteilt. Konkret wurden laut dem Amt Gelder für Apotheken in den Landkreisen Hildburghausen, Meiningen, Sonneberg, Saale-Holzland-Kreis und Eichsfeld bereitgestellt.

Im ersten Jahr sei nur eine Förderung in Höhe von 40.000 Euro bewilligt worden. Ein Jahr später habe es bereits zwei Förderungen in derselben Höhe gegeben. »Im Jahr 2025 wurde erneut eine Förderung in Höhe von 40.000 Euro bewilligt«, so das Amt. Für das Jahr 2026 belaufe sich das Fördervolumen auf insgesamt 85.000 Euro, verteilt auf zwei Bewilligungen in Höhe von 40.000 beziehungsweise 45.000 Euro. Fünf weitere Anträge liegen dem Amt zufolge aktuell noch vor.

Gelder steigen pro Jahr

»Damit stellen Apotheken einen nur geringen Anteil am Fördervolumen der Niederlassungsförderung dar«, so das Amt. Und das bestätigt sich auch durch die Zahlen.

Wie das Thüringer Landesverwaltungsamt mitteilt, betrug die Fördersumme für 2023 540.000 Euro. Davon wurden nicht nur Landapotheken, sondern auch Niederlassungen von Ärztinnen, Ärzten, Zahnärztinnen und Zahnärzten im ländlichen Raum finanziert.

Im Jahr 2025 hatte sich die Summe bereits fast verdreifacht und betrug laut dem Amt 1.415.000 Euro. In diesem Jahr waren es sogar 2.485.000 Euro. Die für das Jahr 2027 verfügbare Summe sei dem Thüringer Landesverwaltungsamt noch nicht mitgeteilt worden.

Die Förderung kann seit Jahresbeginn auf bis zu 55.000 Euro steigen, zuvor waren es 45.000 Euro. Vorgesehen sind bis zu 50.000 Euro für Investitionen und bis zu 5000 Euro für Maßnahmen zur Schaffung von Barrierefreiheit.

Landapothekerquote bald in Thüringen?

Eine ähnliche Förderung als Vergütungsbonus für Landapotheken wollte auch die CDU in Mecklenburg-Vorpommern einführen. Die Partei hat jedoch den Einzug in den Landtag verpasst. Seit Anfang des Jahres gibt es jedoch die Landapothekerquote im nordöstlichen Bundesland. Diese ist bislang einmalig in Deutschland. Demnach darf ein bestimmter Teil der Pharmazie-Studienplätze bevorzugt an Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach dem abgeschlossenen Studium und der Approbation für einen bestimmten Zeitraum in einer ländlichen Apotheke oder einer unterversorgten Region zu arbeiten.

Auch Thüringen hatte sich im Brombeer-Koalitionsvertrag zwischen CDU, BSW und SPD auf eine Landapothekerquote geeinigt. Die Koalition brach jedoch im September zusammen, als sich die BSW-Fraktion auflöste. Nun regiert dort eine Minderheitsregierung aus einer Koalition von CDU, Thüringen Gerecht und SPD.

Die Einführung einer Landapothekerquote wurde bislang nicht umgesetzt. Auf Anfrage der PZ gab das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie bekannt, dass derzeit die Auswirkungen der bundesrechtlichen Änderungen im Apothekenrecht für die Einführung einer Landapothekerquote geprüft werden.

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