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Diagnostiklabore
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Testkapazität ist in Deutschland nicht ausgeschöpft

100.000 Tests auf SARS-CoV-2 können deutsche Diagnostik-Laboratorien pro Tag durchführen. Diese Testkapazität ist im internationalen Vergleich hoch und werde noch nicht voll ausgeschöpft, betont der Fachverband der Akkreditierten Labore in der Medizin.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 07.04.2020  19:00 Uhr

Antikörper-Schnelltests in der Praxis

In einigen Laboren würden derzeit Antikörpertests nach der ELISA-Methode eingeführt, zum Teil auch schon zertifizierte, sagte Professor Dr. Jan Kramer, Vorstand im ALM. Die Tests seien aber noch nicht spezifisch und sensitiv genug, um eine Immunität feststellen zu können. Antikörpertests zeigten eine gewisse Ungenauigkeit: Es bestehe nicht nur bei SARS-CoV-2, sondern auch bei anderen Erregern die Möglichkeit der Kreuzreaktivität. Dies bedeutet, dass der Test nicht nur aus SARS-CoV-2, sondern auch auf zirkulierende harmlose Coronaviren anspricht.

»Covid-19  ist so selten, dass die Testspezifika noch zu unsicher sind, um zuverlässig eine Auskunft über eine Immunität geben zu können.« Nun würde die Kreuzreaktivität genauer erforscht, um die Tests spezifischer zu machen. »Das wird sich in den nächsten vier Wochen verbessern«, zeigte sich Kramer optimistisch. »Sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind, werden wir als akkreditierte Labore unseren Anteil dazu beitragen, dass diese Tests zielgerichtet auch breit eingesetzt werden können.«

Antikörper-Schnelltests seien in großem Maßstab schon verfügbar, so Kramer. Von ihrem Einsatz rate die ALM und andere Fachgesellschaft aber dringen ab, da die Testqualität häufig sehr fraglich sei und die Produkte keine Zertifizierung hätten. Zuletzt hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor gefälschten medizinischen Tests in diesem Bereich der Labordiagnostik gewarnt.

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