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Lieferengpass

Tamoxifen: Wartezeiten bei der Versorgung möglich

Gefährliche Marktverengung

Dieser niedrige Erstattungspreis, den die Krankenkassen festlegen und der nicht erhöht werden kann, ist laut Pro Generika eine Ursache für den Lieferengpass bei Tamoxifen. »Egal ob die Produktionskosten steigen oder ein kostenaufwändiger Transfer zu einem anderen Zulieferer nötig wird: Ein Hersteller erhält für die Dreimonatspackung Tamoxifen 8,80 Euro«, schreibt der Verband. Das bedeutet: Ein Hersteller müsse zu diesem Preis kostendeckend produzieren. Schafft er das nicht, müsse er sich aus der Versorgung zurückziehen.

Letzteres sei in den vergangenen Jahren bei Tamoxifen auf allen Ebenen der Lieferkette geschehen. Die Folge sei eine gefährliche Marktverengung. Gab es Ende 2006 noch 19 Hersteller von Tamoxifen-Arzneimitteln in Deutschland, sind es heute nur noch vier, die den Großteil des Marktes versorgen und dabei zum Teil auf identische Zulieferer zurückgreifen.

Blick über die Landesgrenzen

Blickt man über die Landesgrenzen auf die Preise, die andere Gesundheitssysteme für Tamoxifen bezahlen, fällt auf: Kaum ein westeuropäisches Land gibt so wenig für dieses Arzneimittel aus wie Deutschland. Schon in direkter Nachbarschaft bezahlen die Krankenkassen deutlich mehr. Rund das Doppelte ist es in Frankreich und den Niederlanden sowie das Sechsfache in Österreich.

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