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Menopause
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Studie untermauert Sicherheit der Hormontherapie

Eine Hormonersatztherapie lindert zuverlässig menopausale Symptome. Trotzdem hat sie mit einem schlechten Ruf zu kämpfen, obwohl der Nutzen mehrfach belegt wurde. Eine registerbasierte Kohortenstudie aus Dänemark bekräftigt die Vorzüge und findet keine Hinweise auf eine erhöhte Sterblichkeit.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 12.03.2026  11:18 Uhr

Nutzen und Sicherheit einer Hormonersatztherapie (HRT) hinsichtlich des Risikos für Osteoporose, Brust- und Eierstockkrebs wurden in den letzten Jahren genauer unter die Lupe genomme. Aktuelle Leitlinien empfehlen den Einsatz. Das Sicherheitsprofil bezogen auf die Gesamtmortalität wurde nun noch einmal bestätigt.

Ein Team um Dr. Anders Pretzmann Mikkelsen vom Universitätsspital Kopenhagen sah sich die Effekte einer HRT auf das Sterberisiko nun an einer sehr großen Zahl an Frauen an. Die Daten wurden auf Grundlage landesweiter dänischer Register erhoben und kürzlich im Fachmagazin »The British Medical Journal« veröffentlicht.

In die registerbasierte Kohortenstudie wurden mehr als 875.000 Frauen eingeschlossen, die zwischen 1950 und 1977 geboren wurden. Die Nachbeobachtung erfolgte über median 14 Jahre und begann jeweils am 45. Geburtstag der Frauen und endete am 31. Juli 2023. Somit fußt die Studie auf nahezu vollständigen Aufzeichnungen fast einer ganzen Generation von Frauen.

Kein erhöhtes Sterberisiko

Von den 876.805 Frauen, deren Daten in die Analyse einbezogen wurden, lösten 104.086 (11,9 Prozent) mindestens ein Rezept für eine HRT ein. Die anderen 772.719 Frauen erhielten keine HRT in der Menopause. Am Ende der Nachbeobachtung betrug die mediane Dauer der HRT 1,7 Jahre. 41.433 Frauen wendeten die HRT weniger als ein Jahr an und 7337 Frauen gaben an, zehn oder mehr Jahre therapiert worden zu sein.

Während der Nachbeobachtung starben 47.594 der betrachteten Gesamtpopulation (5,4 Prozent). Ohne Berücksichtigung von Variablen entfielen zwar mehr Todesfälle auf die HRT-Gruppe (54,9 gegenüber 35,5 pro 10.000 Personenjahre). Wurden allerdings Einflussfaktoren wie Kontraindikationen berücksichtigt, konnte kein signifikanter Unterschied mehr im Sterberisiko festgestellt werden.

Auch bei Todesursachen wie Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Krebs wurden keine eindeutigen Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt. Die Forschenden untersuchten zudem, ob sich die Anwendungsdauer auf das Sterberisiko auswirkt, fanden dafür aber ebenfalls keine Anhaltspunkte.

Robuste Daten unterstreichen Sicherheit

Frauen, die sich zwischen 45 und 54 Jahren aus nicht krebsbedingten Gründen beide Eierstöcke hatten entfernen lassen, profitierten von einer HRT. Sie wiesen ein um 27 bis 34 Prozent geringeres Sterberisiko auf als Frauen, die nach einer solchen Operation keine Therapie erhielten.

Zusätzlich liefern die Daten Hinweise darauf, dass eine überwiegend transdermale Anwendung während der Menopause mit einem signifikant geringeren Sterblichkeitsrisiko verbunden war, im Vergleich zu Frauen ohne HRT (Hazard Ratio 0,85). Allerdings, so betonen die Autoren, müsse dieser Aspekt durch zukünftige Studien bestätigt werden.

Die Stärke der Studie ist sicherlich die Größe der Kohorte und eine nahezu vollständige Dokumentation mit Hilfe der Registerdaten. Limitierend ist, dass viele Störfaktoren berücksichtigt werden mussten. Zusätzliche Analysen, um Unterschiede auszugleichen, führten zu kleineren Stichprobengrößen, wodurch die Ergebnisse etwas ungenauer wurden, im Wesentlichen aber gleich blieben.

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