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Gut eingecremt

Stiftung Warentest bewertet Sonnenschutz für Kinder

Erst Ökotest, jetzt Warentest: Eltern können sich dieses Jahr über gut geprüfte Sonnenschutzmittel für ihre Kinder freuen. Die Stiftung Warentest empfiehlt die vier preisgünstigsten Präparate, aber auch die Apothekenmarken schneiden gut ab.
Daniela Hüttemann
24.06.2020
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Die Label der Verbraucherschutz-Magazine »Test« und »Ökotest« kommen bei den Kunden gut an. Schneiden Hersteller gut ab, klebt in der Regel in kürzester Zeit ein entsprechender Hinweis auf dem Produkt. Diesen Sommer haben vor allem die Drogerieketten und Kosmetikhersteller gut zu tun, denn nachdem »Ökotest« bereits in seiner Juni-Ausgabe Sonnenschutzmittel für Kinder bewertet hatte, folgt nun die Stiftung Warentest in der morgen erscheinenden Juli-Ausgabe von »Test« ebenfalls mit ihren Empfehlungen für diese Produktklasse.

Während sich bei Stiftung Warentest die meisten Testkriterien um die Funktion drehen (Wird der angegebene Lichtschutzfaktor eingehalten? Lässt sich das Mittel gut applizieren?), legt Ökotest meist den Fokus auf die Inhaltsstoffe und legt dabei häufig einen höheren Maßstab als gesetzlich vorgegeben an. Beide achten zudem auf eine korrekte und verständliche Deklaration.

Warentest nahm 17 Produkte für Kinder in unterschiedlichen Formulierungen unter die Lupe: Sonnencreme, -milch, -lotion, -gel, -schaum und -spray. Auch beim Lichtschutzfaktor variierten die Präparate und einige waren als »sensitiv« ausgelobt – also insgesamt eine äußerst breite Spannbreite. Ob es sich um »wasserfeste« Produkte handelt oder nicht, gibt Warentest nicht an.

Am besten mit »sehr gut« schneiden die preisgünstigen Eigenmarken der Discounter Lidl und Aldi sowie der Drogeriemarktketten Müller und Rossmann ab. Klassische Apothekenmarken wie Ladival, Eucerin, La Roche-Posay und Avène bekamen ein »gut«. Als »mangelhaft« stuft Warentest nur ein Bio-Produkt von Eco Cosmetics ein, da der UVA-Schutz nicht ausreichend war.

Ökotest hatte vor einem Monat 21 Sonnenschutzmittel für Kinder bewertet, alle mit Lichtschutzfaktor 50 oder 50+ und »wasserfest« oder »extra wasserfest«. Testsieger hier wurden »Ladival für Kinder« von Stada und »Sun Dance Kids Sonnenmilch«, eine Eigenmarke der Drogeriemarktkette dm.

Die wichtigsten Hinweise zum Sonnenschutz bei Kindern

  • Grundsätzlich sollten Babys überhaupt nicht der direkten Sommersonne ausgesetzt werden.
  • Wichtigster Sonnenschutz für alle Kinder sind Schatten, Hut und dicht gewebte Kleidung.
  • Dazu kommt ein Sonnenschutzmittel mit mindestens Lichtschutzfaktor 30.
  • UVA- und UVB-Strahlung können bereits Zellmutationen auslösen, bevor es zu einer Hautrötung, dem Sonnenbrand, kommt. Eine Bräunung schützt nicht ausreichend und zeigt nur, dass bereits Zellreparaturmechanismen laufen.
  • Je öfter man einen Sonnenbrand erleidet, vor allem im Kindesalter, desto höher steigt das spätere Hautkrebsrisiko.
  • Beim Auftragen des Sonnenschutzmittels nicht sparen.
  • Ob Präparate mit mineralischen oder chemischen UV-Filtern gewählt werden, ist zweitrangig. » Ökotest « rät zu mineralischen Filtern.
  • Bei Sprays sollte das Mittel in die Hand, nicht ins Gesicht gesprüht werden, um eine Inhalation zu verhindern.
  • Last but not least sollte regelmäßig nach dem Baden und Abtrocknen oder auch starkem Schwitzen nachgecremt werden, auch bei als »wasserfest« oder »extra wasserfest« deklarierten Präparaten.

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