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Arzneimittelversorgung
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Stenico: »Wir müssen die Politik jetzt anstacheln«

Was können Politik und Industrie jetzt tun, um die Arzneimittelversorgung wieder unabhängiger von China zu machen? Beim »Dialog am Mittag« des Branchenverbands Pro Generika kamen die Experten zu dem Schluss: Es geht nur im Schulterschluss und der muss schnell passieren, bevor die Lage eskaliert.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 23.11.2022  13:30 Uhr

Welches Motiv hat China?

Ganz grundsätzlich stellte sich in der Diskussionsrunde auch die Frage, welche Motivation China in den vergangenen Jahrzehnten überhaupt hatte, die europäische Arzneimittelproduktion derart an sich zu ziehen. Aus Rühligs Sicht geht es zum einen ums Geld, weil die Wirtschaft dort massiv unter dem Druck des demografischen Wandels leidet. Und zum anderen sei es ein Ziel, die eigene Abhängigkeit zu reduzieren sowie gleichzeitig andere Nationen von sich abhängig zu machen.

»China hat das Hightech-Business der Wirkstoffproduktion erkannt«, sagte Rossen zum Motiv der Volksrepublik. Jürgen Salz, Redakteur der »Wirtschaftswoche«, gab zudem zu Bedenken, ob China überhaupt in der Lage sein würde, bei einer plötzlich erhöhten Nachfrage die Produktion schnell hochzufahren. Ihm will nach eigenen Angaben nicht recht einleuchten, warum einige Unternehmen ihre Risikostreuung offenbar zuletzt völlig aus dem Blick verloren haben. Auch vor diesem Hintergrund erscheint es umso wichtiger, dass Europa wieder selbst die Zügel in die Hand nimmt. Stenico zeigte sich zuversichtlich, dass dies auch gelingen kann. »Die EU ist stark genug, das im Schulterschluss zu schaffen«, betonte er.

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