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Krebs
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Sport kann das Überleben verlängern

Für mehrere Krebsarten ist inzwischen gut belegt, dass Bewegungsprogramme in frühen Stadien die Sterblichkeit senken können. Für Patienten mit metastasierter Erkrankung ist die Datenlage begrenzter, aber ebenfalls positiv. Einen Überblick über wichtige Studienergebnisse gab kürzlich eine Ärztin des Deutschen Krebsforschungszentrums beim Krebskongress in Berlin.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 12.03.2026  12:30 Uhr

Bewegung bei fortgeschrittenen Tumoren

Während Bewegung bei frühen Krebsstadien bereits besser untersucht ist, gibt es für metastasierten Krebs deutlich weniger Evidenz. »Hier waren wir maßgeblich an der weltweit ersten randomisierten klinischen Studie zu Bewegung bei metastasiertem Brustkrebs beteiligt«, so die DKFZ-Abteilungsleiterin und Mitautorin der Studie Preferable-Effect (»Nature Medicine« 2024, DOI: 10.1038/s41591-024-03143-y).

Diese untersuchte den Einfluss eines strukturierten Trainingsprogramms auf Fatigue und Lebensqualität bei 357 Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs. Voraussetzung waren eine Lebenserwartung von mindestens sechs Monaten sowie keine instabilen Knochenmetastasen. Die Teilnehmerinnen wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert: Die Interventionsgruppe absolvierte ein neunmonatiges professionell betreutes Trainingsprogramm, während die Kontrollgruppe die übliche Versorgung erhielt.

»Wir konnten zeigen, dass Bewegung die beiden primären Endpunkte positiv beeinflusste«, so Steindorf. Nach sechs Monaten zeigte sich in der Trainingsgruppe eine signifikant geringere körperliche Fatigue sowie eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität im Vergleich zur Kontrollgruppe. »Wir konnten auch die Kosteneffektivität nachweisen, was für eventuelle Erstattungen sehr relevant ist«, sagte die Expertin.

Aus ihrer Sicht besteht bei der Umsetzung von Bewegungsprogrammen in der Praxis noch deutlicher Verbesserungsbedarf. Viele Patienten seien zu wenig körperlich aktiv und auch unter Heilberuflern sei das Wissen über die positiven Effekte von Bewegung bislang nicht ausreichend verbreitet. »Wir haben noch sehr, sehr viel zu tun. Wir müssen in der Implementierung noch viel leisten und uns auch um die Erstattbarkeit kümmern«, schlussfolgerte Steindorf.

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