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Schutz vor Omikron
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Spikevax-Booster hebt Antikörpertiter deutlich an

Die Omikron-Variante kann die neutralisierenden Eigenschaften der Seren Geimpfter und Genesener, sowie von etlichen therapeutischen Antikörpern unterlaufen . Allerdings versagen nicht alle Optionen zum Schutz vor einer schweren Erkrankung. So konnte jetzt gezeigt werden, dass eine Booster-Impfung mit einer 50-µg-Dosis des Moderna-Impfstoffs Spikevax® ein Absinken der Neutralisationstiter gegen Omikron deutlich verringert.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 17.12.2021  09:06 Uhr
Abfall der Neutralisationsaktivität gegenüber Omikron ist deutlich

Abfall der Neutralisationsaktivität gegenüber Omikron ist deutlich

Die Ergebnisse waren beeindruckend. Für Seren von Doppeltgeimpften lagen die mittleren ID50-Titer für die Omikron-Variante circa 84- beziehungsweise 49-mal niedriger als für die Wuhan-Variante. Die ID50-Titer für die Beta-Varianten lag hingegen »nur« um 13,6- beziehungsweise 9,2-fach niedrigeren als die Titer der Wuhan-Variante. Der Neutralisationstiter (ID50) beschreibt den Titer, der zu einer 50%igen Hemmung einer Bindung zwischen Antigen und Antikörper führt.

Demgegenüber wurde mit den Seren von geboosterten Probanden deutlich geringere Einbrüche bei den Neutralisationstitern beobachtet. Im Vergleich zu den nicht geboosterten Proben wurde eine etwa 12-fache Verbesserung der Omikron-Neutralisation beobachtet, sodass Omikron in diesen Fällen nur noch 6,5- beziehungsweise 4,2-fach schlechter neutralisiert wurde, als die Wuhan-Variante. Eine Verbesserung der Neutralisierung nach dem Boost wurde auch für die Beta-Variante festgestellt (3,4- beziehungsweise 2,6-fach schlechter neutralisierbar als die Wuhan-Variante).

Eine Booster-Impfung führte also zu einer deutlichen Verbesserung des Neutralisierungspotenzials sowohl gegenüber der Omikron- als auch gegenüber der Beta-Variante. Geringfügige Unterschiede in der Titerreduzierung zwischen den beiden Labors lassen sich möglicherweise durch Probensätze erklären, die nicht völlig identisch waren.

Der Effekt der Boosterimpfung

In einer separaten Analyse wurden aufeinander folgende Serumproben von sieben Teilnehmern untersucht, die im Rahmen einer klinischen Studie geimpft und geboostet wurden. Ermittelt wurden die Neutralisationstiter für die Wuhan-, die Beta- und die Omikron-Variante. Diese Proben wurden zwei Wochen nach der zweiten Dosis, vor der Auffrischung und zwei Wochen nach der Auffrischung entnommen. Zwei Teilnehmer wurden fünf bis sechs Monate nach der zweiten Dosis, aber noch vor der Booster-Impfung, infiziert, zu einer Zeit, als Alpha und Delta in den USA die dominanten Varianten bildeten.

Die mittleren Neutralisationstiter waren zwei Wochen nach der zweiten Dosis am höchsten gegen die Wuhan-Variante und am niedrigsten gegen die Omikron-Variante, wobei die Titer gegen Omikron 35,1-fach und die Titer gegen Beta 8,9-fach niedriger waren als gegen die Wuhan-Variante.

Die Titer der fünf nicht infizierten Teilnehmer sanken bis zum Tag der Boosterung erheblich ab und stiegen zwei Wochen nach der Boosterung stark an, bis sie die Titer nach der zweiten Dosis übertrafen; dies galt für alle drei Varianten. Der Anstieg der mittleren Neutralisationstiter nach dem Boosten im Vergleich zu einer zweiten Dosis betrug bei diesen fünf Teilnehmern das 12,6-Fache für Omikron und das 6,7-Fache für Beta.

Die Ergebnisse für die beiden Teilnehmer, die sich zwischen der zweiten Dosis und der Auffrischung infiziert hatten, zeigten, dass eine Infektion mit einer früheren Variante die Impfstoffreaktion auf alle drei Varianten verstärken kann und dass eine zusätzliche Auffrischung des Impfstoffs diese Reaktion weiter steigern kann.

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