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Bochum
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SPD-Politiker stärkt Vor-Ort-Apotheken den Rücken

Der SPD-Gesundheitspolitiker Serdar Yüksel hat bei einem Besuch in einer Bochumer Apotheke die Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken betont und Kritik an ausländischen Versandhändlern geäußert.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 29.05.2026  17:30 Uhr

Zum zweiten Mal besuchte der SPD-Politiker die Apotheke von Hamid Eslambolchi in Bochum. Dass Politiker bei ihm in die Apotheke vorbeikommen, hat sich »irgendwie so etabliert«, sagte der Inhaber gegenüber der PZ. Auch Axel Schäfer, der ehemalige SPD-Abgeordnete, war bereits in seiner Apotheke. »Ich habe einen guten Draht zur SPD in unserem Stadtteil«, sagt Eslambolchi. Doch der Partei gehört er nicht an. Zwar sei ihm die Mitgliedschaft schon öfter angeboten worden, doch der Apotheker möchte »neutral bleiben«. 

»Der Besuch war mir wichtig, weil mir der direkte Austausch mit den Menschen vor Ort im Gesundheitswesen besonders am Herzen liegt«, sagt der SPD-Politiker. »Als Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags möchte ich nicht nur über gesundheitspolitische Reformen sprechen, sondern auch erfahren, wie sich politische Entscheidungen konkret im Alltag auswirken.«

Gegenüber der PZ betont der Politiker, dass er die Vor-Ort-Apotheken für einen unverzichtbaren Bestandteil der Gesundheitsversorgung hält. Auch der Apotheker erlebte ihn beim Treffen als »Freund« und »Verfechter« der Vor-Ort-Apotheken.

Yüksel: »ApoVWG ist ein wichtiger Schritt«

Der Besuch dauerte eineinhalb Stunden. Im Mittelpunkt stand das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), das vergangene Woche im Bundestag beschlossen wurde. Für Yüksel ist das Gesetz »ein wichtiger Schritt«, um Apotheken wirtschaftlich zu stabilisieren und ihre Kompetenzen auszubauen. Besonders begrüße er die stärkere Einbindung der Apotheken in Prävention und pharmazeutische Dienstleistungen (pDL).

Außerdem ging es um wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Lieferengpässe, Bürokratiebelastungen und die künftige Rolle der Apotheken in der Versorgung. Kritik äußerte Yüksel an ausländischen Versandhändlern. »Dazu gehören aus meiner Sicht Fragen der Preisbindung, der Qualitätssicherung und insbesondere der sicheren Arzneimittelzustellung, etwa bei temperaturempfindlichen Medikamenten.«

Diskutiert wurden zudem neue Aufgabenfelder wie diagnostische Angebote, zusätzliche Beratungsleistungen und »Deprescribing«, also die strukturierte Reduktion nicht mehr benötigter Medikamente. »Gerade bei älteren und multimorbiden Patientinnen und Patienten sehe ich hier großes Potenzial«, sagte er.

Auch über die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung und die Notwendigkeit effizienterer Strukturen wurde gesprochen. »Klar ist: Wir müssen das Gesundheitssystem langfristig stabil und solidarisch finanzieren, ohne die Versorgung vor Ort zu gefährden«, so Yüksel. 

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