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Pharmazie-Studiengang

SPD-Ministerin erteilt Brandenburger Apothekern Absage

Die Apotheker reagieren verärgert auf diese erneute Absage aus der Politik. In einem Leserbrief an die »Lausitzer Rundschau« wies Apotheker Tobias Störmer (Nauen) darauf hin, dass der Apothekerberuf laut Bundesagentur für Arbeit schon seit Jahren offiziell ein »Mangelberuf« ist, dass also viele Stellen jetzt schon unbesetzt bleiben. Der Fachkräftemangel sei der Landesregierung seit Jahren bekannt, werde aber ignoriert, so der Vorwurf.

Und auch die Kammer ist erneut tätig geworden. Kammerpräsident Jens Dobbert hat sich in zwei persönlichen Briefen an den SPD-Politiker Karl Lauterbach und den noch amtierenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gewendet. Spahn hatte sich auf dem Deutschen Apothekertag (DAT) zur Apotheker-Ausbildung geäußert. (Hier sehen Sie das gesamte Video) Der Minister wies unter anderem darauf hin, dass es bei fachlich komplexen Studiengängen vergleichsweise teuer sei, diese neu einzurichten. Zudem gebe es immer wieder Finanzierungskonflikte zwischen Bund und Ländern. Angesprochen auf die Situation in Brandenburg, bestätigte Spahn, dass auch die Politik bei Ärzten und Apothekern auf den »Klebeeffekt« setze, zur Etablierung eines neuen Studiengangs im Land äußerte er sich aber nicht konkret.

In seinen Briefen an den Minister und Lauterbach geht Kammerpräsident Dobbert auf Spahns Äußerungen auf dem DAT ein, bittet um bundespolitische Unterstützung und unterbreitet einen gänzlich neuen Vorschlag: die sogenannte »Hochschule für Heilberufe«. Gemeinsam mit der Landeszahnärztekammer sei diese Idee der interprofessionellen Heilberufler-Ausbildung gewachsen – sie sei ein Quantensprung der Hochschulbildung, so Dobbert. Denn: Zwischen Ärzten, Zahnärzten und Apothekern gebe es immer wieder »Wechselwirkungen«, die bei einer Bündelung der akademischen Ausbildungen noch weiter in den Vordergrund rücken könnten. »Wir sind uns sicher, dass durch die Umsetzung dieses Vorschlags die Sogwirkung in unser Bundesland, die von der Medizinerausbildung ohnehin ausgehen wird, nochmals erheblich verstärkt werden könnte«, so Dobbert.

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