Pharmazeutische Zeitung online
Hochaltrigenstudie

Soziale Teilhabe als Schlüsselfaktor

Ältere und alte Menschen in Deutschland haben oft eine positive Einstellung zum Alter und eine starke Widerstandskraft – trotz gesundheitlicher Belastungen. Soziale und körperliche Aktivität sind für sie besonders wichtig. Das sind erste Ergebnisse der Hochaltrigkeitsstudie »Altern in Balance«.
Brigitte M. Gensthaler
17.05.2019
Datenschutz bei der PZ

Bundesweit sind heute etwa 6 Prozent der Bevölkerung 80 Jahre und älter. »Ressourcen im Alter zu stärken, ist angesichts des demografischen Wandels von großer Bedeutung«, sagte Sabine Weiss, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Gesundheit, bei der Vorstellung der Studie gestern in Berlin. Die Studie wurde im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg durchgeführt.

Studienleiter Professor Dr. Andreas Kruse verweist auf die überwiegend positive Lebenseinstellung der Befragten. »Zugleich wird das hohe Alter jedoch auch als wirkliche Herausforderung betrachtet. Die verantwortliche Selbst- und Weltgestaltung wie auch das gesundheitsbezogene Engagement älterer Menschen sind vergleichsweise stark ausgeprägt, sowohl in den hohen als auch in den höchsten Altersgruppen», berichtet er in einer Pressemeldung der BZgA. Die Förderung von sozialer Teilhabe und Möglichkeiten des Engagements für Andere seien zentral wichtig für hochbetagte Menschen, so der Altersforscher.

Laut BZgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss liegt ein Schwerpunkt der Arbeit der Bundeszentrale auf der Bewegungsförderung in den verschiedenen Lebenswelten. Sie verweist auf das »AlltagsTrainingsProgramm« (ATP) für ältere Menschen und das Lübecker Modell Bewegungswelten speziell für Pflegeeinrichtungen. Beide Angebote sind Teil des BZgA-Programms »Älter werden in Balance«, das vom Verband der Privaten Krankenversicherung unterstützt wird. Thaiss resümierte: »Erste Ergebnisse unserer BZgA-Hochaltrigkeitsstudie zeigen, dass der Grad der Pflegebedürftigkeit und sozialstrukturelle Merkmale wie Bildung, Einkommen, soziale Teilhabe und Wohnort einen großen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit und das gesundheitliche Befinden haben. Wichtige Schlüsselfaktoren sind dabei die soziale und die körperliche Aktivität.«

Die Studie »Altern in Balance: Herausforderungen und Chancen des hohen Alters für das Individuum, die Gesellschaft, die Kultur – eine Vielfalt der Perspektiven auf Gesundheit« beleuchtet die Gesundheit Älterer aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Befragt wurden neben älteren Menschen (ab 75) auch Experten aus Pflege, Medizin und Kommunalpolitik sowie Medienvertreter.

 

Mehr von Avoxa