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Gesundheitswesen
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»Service ist die Qualität von morgen«

Woran scheitert es, dass gute Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen sich hierzulande nicht richtig etablieren? Diese Frage haben heute Experten auf dem Podium beim BMC-Kongress in Berlin diskutiert. Klar war, dass es in Zukunft stärker um Service gehen muss.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 22.01.2020  15:12 Uhr

Reichweite kann eine Währung sein

Oberhänsli sieht künftige Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen in Plattform- beziehungsweise Marktplatz-Lösungen. Insbesondere die Digitalisierung des Apothekenwesens ist »eine große Aufgabe«, sagt er. Wer das Establishment angreife, müsse mit Widerstand rechnen. Aber das Geschäftsmodell Apotheke müsse sich verändern. Er berichtete, die Zur Rose-Gruppe arbeite derzeit an einer Plattform, die Patienten relevante Apps »auf dem Silbertablett präsentiert«. Mit diesem Projekt gebe er unter anderem deshalb Gas, um sich das Geschäft nicht von anderen Global Playern aus der Hand nehmen zu lassen. »Unser großes Gespenst ist Amazon.« Oberhänslis Vision für die Zukunft ist ein »Healthcare Ecosystem« für ganz Europa, das gleichermaßen Patienten, Kunden und Ärzte nutzen können. Es soll demnach nicht nur ein Marktplatz für Arzneimittel sein, sondern auch digitale Lösungen wie Medikationsmanagement, Telemedizin und E-Rezept bereitstellen. Auch Versicherer, Hersteller und Apps sollen einbezogen sein. Für einen solchen Aufbau hält er die Zur Rose-Gruppe für geeignet, weil sie alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt: Reichweite, technische Kompetenz, Daten aus dem Gesundheitswesen sowie Branchenkenntnis.

Ein weiteres erfolgversprechendes Geschäftsmodell sieht Inga Bergen im Bereich Vertriebswege, in dem es dann nicht mehr um die Vermarkung einzelner Produkte geht, sondern um das Netzwerk – etwa von Ärzten. Perspektivisch kann sie sich vorstellen, dass »Reichweite eine Währung sein kann, die in Zukunft funktioniert«.

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