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Gesundheitssystem

Selbstmedikation spart 20 Milliarden Euro ein

Medikamente sind keine Handelsgüter

Das Papier weist außerdem auf eine in den Augen der ABDA bedenkliche Entwicklungen auf europäischer Ebene hin, nämlich die Trivialisierung der Arzneimittelversorgung. Insbesondere die EU-Kommission betrachte Medikamente als Handelsgüter des freien Warenverkehrs und Apotheken als Anbieter beliebiger anderer Dienstleistungen. Vor diesem Hintergrund warnt die Standesvertretung vor den Risiken rezeptfreier Medikamente etwa mit Blick auf Neben- oder Wechselwirkungen und rät, vor der Anwendung die Pharmazeuten als »unabhängige Berater und Arzneimittelexperten in der Apotheke« hinzuzuziehen.

Angesichts dessen ist mit dem Positionspapier unter anderem die Forderung verknüpft, der »weiteren Trivialisierung von (rezeptfreien) Medikamenten von allen Seiten Einhalt« zu bieten. Wichtig ist den Apothekern darüber hinaus, dass die Politik erkennt, wie die Arzneimittelversorgung und der Versorgungsauftrag der Offizinen hierzulande unteilbar miteinander verbunden sind und in Zukunft auch bleiben sollten. Außerdem sehen sie die Politik in Pflicht, neben »stabilen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen« auch wirtschaftliche Anreize für Inhaber sowie Perspektiven für den pharmazeutischen Nachwuchs zu schaffen.

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