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Untersuchung in den USA

Schwere Lungenerkrankungen nach Gebrauch von Verdampfern

Gesundheitsbehörden in den USA untersuchen derzeit 94 Fälle schwerer Lungenerkrankungen, die im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Verdampfern oder E-Zigaretten zu stehen scheinen. Unter den Betroffenen sind hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene.
Theo Dingermann
19.08.2019
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Vom 28. Juni bis 15. August wurden in 14 Bundesstaaten 94 Fälle schwerer Lungenerkrankungen gemeldet, deren Ursache noch unbekannt ist, die aber im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Verdampfern oder E-Zigaretten zu stehen scheinen. Einher gehen diese Erkrankungen mit Atembeschwerden, Atemnot oder Brustschmerzen, heißt es in einem Bericht in der »Washington Post«. Aber auch Fieber, Husten, Erbrechen und Durchfall können auftreten. Eine Komplikation besteht darin, dass die Fälle äußerst komplex zu diagnostizieren sind, da die Symptome eher unspezifisch sind und auch auf eine Infektion hindeuten können. Vielfach war ein Krankenhausaufenthalt, in Einzelfällen sogar eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich.

Diese Meldungen wurden zwischenzeitlich als so schwerwiegend eingestuft, dass sich die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) eingeschaltet haben, um bei der Aufklärung der Ursachen zu helfen. In einem Newsroom informieren die CDC  über den Fortgang der Untersuchungen. Bis Freitag waren mindestens 31 dieser Fälle zweifelsfrei bestätigt. Unklar ist, ob sich die Patienten vollständig erholen werden. Es gibt bislang keinen Beleg, dass eine Infektion die Lungenerkrankungen verursacht, heißt es von den CDC.

Erschwert wird die Suche nach den Ursachen dadurch, dass die Betroffenen unterschiedliche Substanzen, darunter Nikotin, Produkte auf Marihuana-Basis und nicht näher bekannte Substanzen verdampft hatten. Somit ist unklar, ob bestimmte Geräte oder die verdampften Substanzen beziehungsweise eventuell vorhandene Verunreinigungen für die Probleme verantwortlich gemacht werden können.

E-Zigaretten haben in den letzten Jahren deutlich an Popularität gewonnen, obwohl über die Langzeitwirkung noch wenig bekannt ist. Mit dem Anstieg der Beliebtheit des Verdampfens stieg auch die Vielfalt der Produkte, mit denen die Verdampfer heute bestückt werden. Wie hoch die Qualitäts- und Sicherheitsmaßstäbe in diesem ungeregelten Marktsegment angelegt werden, ist unklar.

Führende Hersteller, die vor allem Nikotin-Produkte vertreiben, versichern über »robuste Sicherheitsüberwachungssysteme« zu verfügen. Solche Standards existieren für sogenannte Street Vapes, Amateurmischungen zum Bestücken der Verdampfer, die in der Regel THC oder illegale Drogen enthalten, aber nicht.

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