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Impfkampagne

Schweizer Apotheken starten Covid-19-Impfungen

Apotheken, die Impfungen anbieten, müssen dabei ein genaues Impfkonzept berücksichtigen. »Hier ist beispielsweise definiert, dass entsprechende Räumlichkeiten für die Impfung geschaffen werden müssen«, sagte Steinmann. Allerdings könnten die Apotheken hier flexibel agieren, externe Räumlichkeiten anmieten oder eine Ecke in der Offizin für das Impfen frei räumen. »Geimpfte Personen müssen dann nach der Erstimpfung 15 Minuten in der Apotheke verweilen, bei der Zweitimpfung sind es 5 Minuten«, erklärt er weiter. Moderna werde in den Apotheken genutzt, da der Biontech/Pfizer-Impfstoff schwieriger zu handhaben ist, sowohl aufgrund der geforderten Ultra-Tiefkühlung als auch aufgrund der gelieferten Großpackungen. »Biontech kommt in 1000er Packungen, die ausschließlich in Impfzentren verimpft werden. Bei Moderna sind es pro Schachtel 100 Impf-Vials, die sind für Arztpraxen und Apotheken damit besser geeignet«, erklärt Steinmann.

Andere Impfstoffe gibt es derzeit in der Schweiz nicht, der Vektorimpfstoff von Astra-Zeneca ist beispielsweise noch nicht zugelassen. Für die Impfungen in der Apotheke können sich in Zürich zunächst nur bestimmte Personengruppen anmelden, beispielsweise Über-50-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen. Allerdings haben auch hier die Kantone das Recht von der Priorisierung, die der Bund vorgibt, abzuweichen. In Bern können demnach schon alle Personen über 18 Jahre geimpft werden.

Kaum Gegenwind aus der Ärzteschaft

Dass die Apotheken in der Schweiz Teil der Impfkampagne sind, ist laut Steinmann nicht verwunderlich. Dass sie aber erst jetzt starten, liege hauptsächlich daran, dass zunächst kaum Covid-19-Impfstoff verfügbar war, nun kommen immer mehr Impfdosen in die Schweiz. Bei der Ärzteschaft gebe es nur noch sehr vereinzelte Stimmen, die das Impfen als alleinige ärztliche Tätigkeit ansehen. »Die Apotheken hätten auch bereits früher impfen können«, betonte Steinmann. »Jetzt geht es aber ums Tempo. Schneller impfen zu können, heißt Leben retten und schützen.«

Und auch die Vorsteherin der Gesundheitsdirektion Zürich, Natalie Rickli, ist von der Einbindung der Apotheken in die Impfkampagne überzeugt: »Dank den Spitälern, den Hausärzten, den Impfzentren und nun auch den 160 Apotheken können wir eine sehr gute geografische Abdeckung des Kantons mit Impfmöglichkeiten sicherstellen.« Der Einbezug der Apotheken in die Impfaktion sei ein weiteres Mittel, um der Bevölkerung einen noch besseren Zugang zur Impfung zu ermöglichen und eine möglichst hohe Impfquote zu erreichen.

Schweizweit gibt es derzeit 1100 Impfapotheken, davon dürfen aufgrund der kantonalen Bewilligungen aber noch nicht alle gegen Covid-19 impfen. Insgesamt gibt es in unserem Nachbarland derzeit 1819 öffentliche Apotheken. Zudem gibt es 2700 Apotheker, die über entsprechende Impf-Fortbildungen verfügen, informierte am Mittwoch die Pharmasuisse. Die Impfung wird zudem vergütet: Apotheken erhalten pro Impfung 24,50 Franken, dies entspricht rund 22,30 Euro. Die gleiche Vergütung erhalten auch Arztpraxen, so der Apothekerverband. Die Kosten für die impfenden Apotheken übernimmt der Bund, für die Impfberechtigten ist diese Leistung kostenlos.

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