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Coronavirus
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Schweizer Apotheken sollen bald auf Antikörper testen

Der Schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse setzt sich für flächendeckende serologische Tests, die auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 testen, in Apotheken ein. Die Kantonsärzte und die nationale Behörde für Gesundheit sehen das Vorhaben allerdings kritisch.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 21.08.2020  08:45 Uhr

Einsatz von Antikörpertests nicht empfohlen

Kurz nach der Ankündigung, Antikörpertests in den Schweizer Apotheken flächendeckend durchführen zu wollen, erntete der Verband Kritik insbesondere vonseiten der Kantonsärzte und vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), berichtete die Zeitung »NZZ am Sonntag«. Das BAG ist zuständig für die Gesundheitspolitik auf nationaler Ebene. In manchen Kantonen sei es für Apotheker nicht erlaubt, Kunden Blut abzunehmen, in anderen sind entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich, heißt es im NZZ-Artikel. Vor allem sei aber der Einsatz von Coronavirus-Antikörpertests außerhalb von Studien nicht empfohlen, bestätigt auch das BAG. In einem entsprechenden BAG-Merkblatt »COVID-19: Empfehlungen zur Diagnose im ambulanten Bereich«, das der PZ vorliegt, heißt es: »Schnelltests wie auch serologische Tests sind zum aktuellen Zeitpunkt für den routinemässigen Einsatz nicht empfohlen.« Das BAG begründet dies damit, dass noch nicht bekannt sei, ob die nachgewiesenen Antikörper auch wirklich zu einer schützenden Immunität führten. Lediglich PCR-Tests würden laut BAG derzeit ein sicheres Ergebnis liefern.

Pharmasuisse ist sich dieser Auffassung bewusst und erklärte, dass der Verband in einem konstruktiven Dialog mit dem BAG und den Kantonen stehe. Zudem argumentiert der Verband, dass sie mit ihrem Vorgehen verhindern möchten, dass »isolierte Marktangebote entstehen, die nicht den Standards des Bundesamts für Gesundheit und den notwendigen Qualitätsanforderungen genügen.« Pharmasuisse möchte eine einheitliche Dienstleistung in den Apotheken nach verbindlichen Qualitätsstandards etablieren und damit einen niederschwelligen Zugang für Personen, die fürchten, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, zu ermöglichen. Ob das allerdings vonseiten der Schweizer Behörden akzeptiert wird, bleibt offen.

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