| Barbara Döring |
| 22.09.2026 08:00 Uhr |
Schnecken sind durch ihre Musterung vor Fressfeinden gut getarnt – manche passen sich sogar der Färbung des Untergrunds bei Nässe an. / © Getty Images/Robert Heemskerk
Die beiden Schneckenarten haben eine bräunliche Färbung mit einer hellen Musterung. So sind sie in ihrem Lebensraum – der Baumrinde – vor fressfreudigen Vögeln gut getarnt. Sobald es regnet und sich die feuchte Baumrinde dunkelbraun färbt, wären sie jedoch leichte Beute. Allerdings haben sie einen raffinierten Mechanismus entwickelt, mit dem sie sich schnell anpassen können. Forschende des Universitätsmuseums der Universität Tokio haben diese seltene Art der Mollusken-Transformation bei »Reinia variegata« aus Japan und »Hypselostyla camelopardalis« von den Philippinen aufgedeckt.
Mit ihrer im Fachjournal »Zoological Letters« veröffentlichten Studie fanden sie heraus, dass die äußerste Schicht des Schneckenhauses porös ist wie ein Schwamm und Hohlräume im Nanometerbereich aufweist. Füllt Wasser die Poren, ändert sich die Lichtreflexion des Gehäuses, und eine weiter unten liegende, gleichmäßig dunkel gefärbte Schicht der Schneckenbehausung wird sichtbar. So passen die Tiere ihre Tarnfarbe umgehend den Witterungsbedingungen an, ohne dabei Energie aufzuwenden.
Aus dieser reversiblen Form des Hydrochromismus könnten sich den Forschenden zufolge potenzielle Anwendungen für intelligente Materialien wie medizinische Sensoren oder Wundverbände ableiten lassen, die auf Feuchtigkeit reagieren, ohne dass eine Stromzufuhr nötig wäre.