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Kopfschmerz nach Covid-19
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Schmerzmittel nicht übergebrauchen

Manche Menschen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren, leiden danach unter täglich auftretendem, andauernden Kopfschmerz (NDPH). Bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie Schmerzmittel zu häufig anwenden, warnt aktuell die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).
AutorKontaktPZ
Datum 28.07.2022  16:00 Uhr
Therapie Covid-19-assoziierter Kopfschmerzen

Therapie Covid-19-assoziierter Kopfschmerzen

Laut der DGN wirken herkömmliche, frei verkäufliche Kopfschmerzmittel zwar »relativ gut« bei Covid-19-assoziierten Kopfschmerzen, seien aber aus zwei Gründen problematisch: Da SARS-CoV-2 die Nieren angreifen könne, sei bei nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) Vorsicht geboten, da diese Präparate bei längerer Einnahme in seltenen Fällen die Nieren schädigen könnten. Zudem bestehe die Gefahr, dass tägliche Kopfschmerzen über einen längeren Zeitraum zur täglichen Einnahme von Schmerztabletten führten und so einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz (Medication Overuse Headache, MOH) auslösten.

»Menschen mit Wochen oder gar Monate andauernden Kopfschmerzen nach Covid-19 sollten daher sparsam mit Kopfschmerztabletten umgehen, um nicht in das ›Hamsterrad‹ des medikamenteninduzierten Kopfschmerzes zu geraten«, rät Professor Dr. Peter Berlit, DGN-Generalsekretär. »Das ist natürlich leichter gesagt als getan, aber es lohnt ich in jedem Fall, auch nicht medikamentöse Strategien auszuprobieren. Das Portfolio reicht von Bewegung an der frischen Luft über Entspannungstechniken und Stressreduktion.« In schweren Fällen solle ein auf Kopfschmerzen spezialisierter Neurologe aufgesucht werden.

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