»Wer arbeitet, wenn alle anderen frei haben, gerät schnell in eine gewisse soziale Isolation«, sagt Frank Brenscheidt. Er empfiehlt deshalb, soziale Kontakte aktiv zu pflegen. Hilfreich sei beispielsweise ein fest eingeplantes gemeinsames Mittagessen mit der Familie oder auch eine private Verabredung mit einem Schichtkollegen.
Ist der Tag-Nacht-Rhythmus gestört, kann der Körper Stress schlechter abbauen. Sport kann dabei unterstützen, einen gesunden Ausgleich zu schaffen, sagt Frank Brenscheidt. Auch helfe Bewegung am Nachmittag, später wieder in einen stabilen Rhythmus zurückzufinden, erklärt Volker Harth.
Nach der Nachtschicht wach bleiben? Auch das kann in Ausnahmefällen sinnvoll sein. Nämlich dann, wenn man nach der letzten Nachtschicht möglichst schnell in einen normalen Tagesrhythmus zurückfinden möchte. »Die Idee dabei ist, dass man einen großen Schlafantrieb für die ganz natürliche Schlafenszeit am Abend entwickelt«, so Harth. Das bedeutet aber nicht, dass man sich zum Wachbleiben quälen sollte. Auch ein kürzerer Mittagsschlaf muss kein Hindernis dafür sein, abends wieder ausreichend müde zu sein.
Zusätzliche Schichten oder kurzfristige Dienstplanänderungen belasten den Körper besonders. »Ein gutes Arbeits- und Schichtsystem ist die wichtigste Voraussetzung, um in Schichtarbeit fit und gesund zu bleiben«, sagt Frank Brenscheidt. Dabei sei wichtig, nicht mehr als drei Nachtschichten nacheinander zu machen. »Erholung darf nicht aufgeschoben werden«, so Brenscheidt.
Auch sollten Unternehmen und Schichtarbeitende darauf achten, dass die Schichtwechsel vorwärts rotieren, also vom Frühdienst über den Spätdienst zum Nachtdienst und danach eine möglichst lange Pause geplant ist. »Ganz wichtig ist die Planungssicherheit. Wenn frei ist, muss auch sicher frei sein«, sagt Brenscheidt.