Nachdem Rossmann zu Beginn dieses Jahres bekannt gegeben hatte, einen eigenen Versandhandel mit rezeptfreien Medikamenten starten zu wollen, bekräftigte Raoul Roßmann in einem Gespräch mit dem RND seine Entscheidung erneut. / © Imago/NurPhoto
Immer mehr externe Akteure planen den Einstieg in den Arzneimittel-Markt. Den Anfang machte dm, das seit Dezember 2025 OTC-Produkte aus Tschechien verschickt. Auch Lidl hatte Ende 2025 sein Interesse am OTC-Versand geäußert. Nachdem Rossmann zu Beginn dieses Jahres bekannt gegeben hatte, einen eigenen Versandhandel mit rezeptfreien Medikamenten starten zu wollen, bekräftigte Raoul Roßmann in einem Gespräch mit dem RND seine Entscheidung erneut.
»Ich bin bei so hochkomplexen Themen immer vorsichtig«, sagte er und fügte hinzu: »Aber wir streben an, den Onlineshop noch in diesem Jahr zu eröffnen. Daran halten wir weiterhin fest.« Ein konkretes Datum nannte er dennoch nicht.
Das Arzneimittelangebot soll von den Niederlanden aus gesteuert werden. Dem Medienbericht zufolge wurde dazu bereits eine eigene Gesellschaft gegründet. Auch die Rossmann-App soll bei diesem Vorhaben eine zentrale Rolle spielen. Welche genau, wurde nicht näher erläutert.
Der Unternehmer geht nicht davon aus, dass sich das Geschäft sofort rechnen wird. »Da fallen mir andere
Dinge ein, wo ich einen schnelleren ›Return on Investment‹ sehe.« Dennoch wolle er nicht »dem Wettbewerb hinterherlaufen«.
Im Interview wiederholte der Rossmann-Chef, dass das Projekt »Online-Apotheke« durch dm inspiriert sei: »Allein hätten wir uns das nicht vorgenommen, zumal es ein wirklich teures und technisch sowie rechtlich anspruchsvolles Projekt ist.« Denn tatsächlich geht es nicht nur um den Ausbau des Versandhandels: Mitte Februar hat »dm-med«, der tschechische Versandhandel von dm, eine Klage von der Wettbewerbszentrale erhalten. Diese monierte »Verstöße gegen zentrale Vorgaben des Arzneimittel- sowie des Apothekenrechts«. Das Gleiche könnte auch Rossmann passieren.