Zusammenfassend lässt sich einschätzen, dass es ein besseres Verständnis der Krankheitsentstehung und Fortschritte im Bereich der hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen gibt. Mit ASS steht eine wirksame Sekundärprophylaxe zur Verfügung. Das Wissen um die prognostische Bedeutung der Qualität einer Schwangerschaft für das individuelle kardiovaskuläre Risiko einer Frau sollte als Chance und »window of opportunity« genutzt werden – im Sinne einer Anpassung des Lebensstils und gegebenenfalls einer frühen Intervention.
Holger Stepan studierte von 1989 bis 1995 Humanmedizin an der Universität Leipzig und absolvierte an der dortigen Universitätsfrauenklinik seine Facharztausbildung in der Gynäkologie und Geburtshilfe. Seit 2007 leitet er die Klinik für Geburtsmedizin und wurde 2015 auf den Lehrstuhl für Geburtsmedizin berufen. Klinische und Forschungsschwerpunkte sind Risikoschwangerschaften, speziell hypertensive Schwangerschaftskomplikationen. Er ist Co-Autor der deutschen Leitlinie zu diesem Thema und Co-Autor der WHO-Definition der Präeklampsie.