| Johanna Hauser |
| 13.02.2026 09:30 Uhr |
In der FMD-Gruppe erreichten 45 Probanden (69,2 Prozent) eine Verbesserung um mindestens 70 Punkte und 42 Teilnehmer (64,6 Prozent) eine klinische Remission, also einen CDAI ≤ 150 Punkte. In der Kontrollgruppe erreichten 14 beziehungsweise 12 Probanden diese Werte, dies entspricht 43,8 beziehungsweise 37,5 Prozent. Für beide Endpunkte war der Unterschied zwischen den Gruppen statistisch signifikant.
Besonders ausgeprägt zeigte sich der Effekt der Diät bei Patienten, die keine medikamentöse Therapie erhielten: Von diesen erreichten in der FMD-Gruppe 76,9 Prozent eine klinische Remission, in der Kontrollgruppe lediglich 33,3 Prozent.
In Stuhl- und Blutuntersuchungen konnten die Forscher den Rückgang der Entzündungsaktivität bestätigen: Der Wert des C-reaktiven Protein (CRP) fiel um 15,7 Prozent, der des fäkalen Calprotectins um 36,5 Prozent. Beides sind Marker für ein Entzündungsgeschehen im Körper. CRP ist im Blut nachweisbar und bei akuten Entzündungsprozessen erhöht, Calprotectin zeigt Entzündungen der Darmschleimhaut an. In der Kontrollgruppe stiegen beide Werte (plus 36,9 beziehungsweise 8,9 Prozent).
Nach einer Auswaschphase von drei Monaten waren die positiven Effekte jedoch nicht mehr vorhanden. Dies deutet darauf hin, dass die FMD-Zyklen über eine längere Zeit, wenn nicht gar dauerhaft, fortgesetzt werden müssten, um den klinischen Nutzen für Patienten mit Morbus Crohn aufrechtzuerhalten. Dies dürfte Betroffenen schwerfallen.
Dennoch zieht das Team ein positives Fazit. Die FMD konnte bereits nach einem Zyklus die Symptome bei 66 Prozent der Teilnehmer verbessern. Auch war die Adhärenz gut, was unter anderem darauf zurückgeführt wird, dass die Maßnahme gut in den Alltag integrierbar und die Ernährungsbeschränkung nur von kurzer Dauer ist.
Allerdings hatten zwei Drittel der Probanden nur milde Krankheitssymptome und der CDAI wurde teils auf Basis der Einschätzung der Patienten erfasst. Obwohl daher weitergehende Forschung erforderlich ist, sehen die Wissenschaftler die FMD als eine vielversprechende Ergänzung zur pharmakologischen Therapie bei Morbus Crohn.