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Selbstmedikation
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Reizdarm-Beschwerden gezielt lindern

Das Reizdarmsyndrom betrachtet man heutzutage als eine Störung der Darm-Hirn-Achse. Die Therapie richtet sich nach den vorherrschenden Beschwerden. Auch wenn verschiedene rezeptfreie Optionen zur Verfügung stehen, sollte die Suche nach den Ursachen nicht auf die lange Bank geschoben werden. Ein Blick in die S3-Leitlinie »Reizdarmsyndrom«.
AutorKontaktMaria Pues
Datum 21.12.2022  18:00 Uhr

Einen Versuch wert: Probiotika

Bei obstipativen Beschwerden gibt es den stärksten Empfehlungsgrad für Laxanzien vom Macrogoltyp (etwa Movicol®). Dies gilt vor allem, wenn es unter einer Ballaststofftherapie zu ­Blähungsbeschwerden gekommen ist, da Macrogole nicht von Darmbakterien gespalten werden. Sollen Ballaststoffe gegeben werden, rät die Leitlinie auch hier zu löslichen, da diese im Vergleich zu unlöslichen weniger Blähungen verursachen. Aus demselben Grund wird bei den osmotischen Laxanzien Bisacodyl (zum Beispiel Dulcolax®) und ­Natriumpicosulfat (zum Beispiel Laxo­beral®) gegenüber Anthrachinonen (mögliche Nebenwirkung Bauchschmerzen) und Lactulose (mögliche Nebenwirkung Blähungen) bevorzugt.

Zur Frage der Probiotika: Hier ist gegenüber der früheren Leitlinie aus der »Kann-Empfehlung« eine »Sollte-Empfehlung« geworden. Ein bestimmtes Probiotikum, das alle RDS-Beschwerden lindert, gibt es allerdings nicht. Eine Übersicht hierzu findet sich in der Leitlinie. Sie empfiehlt einen Versuch über mindestens vier Wochen. Bei erfolgreicher Linderung der Beschwerden kann die Anwendung fortgesetzt ­werden. Andernfalls sollte gewechselt werden. Keine Empfehlung gibt es für den Einsatz von Präbiotika.

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