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Dapagliflozin

Positive Ergebnisse in Outcome-Studie

Ein weiterer Vertreter aus der Antidiabetika-Klasse der SGLT-2-Hemmer hat in einer kardiovaskulären Outcome-Studie positive Effekte gezeigt: Dapagliflozin (Forxiga®). Die Ergebnisse der Studie DECLARE-TIMI 58 sind aktuell im »New England Journal of Medicine« publiziert.
Sven Siebenand
14.11.2018
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Mit mehr als 17.000 eingeschlossenen Patienten ist die DECLARE-TIMI 58-Studie die bisher mit Abstand größte kardiovaskuläre Outcome-Studie für SGLT-2-Inhibitoren. Im Vergleich dazu nahmen an der EMPA-REG-Studie mit Empagliflozin (Jardiance®) und im CANVAS-Programm mit Canagliflozin (Invokana®) nur gut 7000 beziehungsweise gut 10.000 Patienten teil. Die DECLARE-Studie untersuchte den Effekt von Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo auf kardiovaskuläre Ereignisse bei erwachsenen mit Typ-2-Diabetikern mit mehreren kardiovaskulären Risikofaktoren oder einer bestehenden kardiovaskulären Erkrankung. Die Probanden wurden per Zufall auf zwei Gruppen aufgeteilt und erhielten entweder Dapagliflozin (10 mg/d) oder Placebo zusätzlich zu ihrer Standard-Diabetestherapie.

Die Analyse der Daten zeigt, dass Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo die Rate für kardiovaskulären Tod oder Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz signifikant um 17 Prozent senkt (4,9 versus 5,8 Prozent). Diese Risikoreduktion zeigte sich im gesamten Patientenkollektiv, also sowohl für Patienten mit vorbestehender Herzerkrankung als auch für solche mit Risikofaktoren dafür. Dass dieser gemischte primäre Endpunkt erreicht wurde, liegt ausschließlich an der Senkung der Hospitalisierungsrate aufgrund von Herzinsuffizienz. Bei der kardiovaskulären Sterblichkeit unterschieden sich die beiden Gruppen nicht. Im zweiten primären Wirksamkeitsendpunkt der Studie traten unter Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo weniger schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) auf, definiert als kardiovaskulärer Tod, Myokardinfarkt oder ischämischer Schlaganfall. Dieser Unterschied war jedoch – anders als in anderen Outcome-Studien erreicht – nicht statistisch signifikant, hieß es auf einer Pressekonferenz von Astra-Zeneca in Frankfurt am Main.

Nierenschutz durch SGLT-2-Hemmer

Interessant sind die Studienergebnisse auch hinsichtlich eines sekundären Wirksamkeitsendpunkts, einem zusammengesetzten renalen Endpunkt. Dapagliflozin konnte die Rate neuer oder schlechter werdender Nephropathien um 24 Prozent im Vergleich zu Placebo reduzieren (4,3 versus 5,6 Prozent). Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass SGLT-2-Hemmer offenbar einen Nierenschutz bieten und die Progression von Nierenfunktionsstörungen aufhalten oder verlangsamen können. Wie bei ACE-Hemmern ist es wahrscheinlich so, dass die Gliflozine den glomerulären Filtrationsdruck senken.

Fasst man die Ergebnisse der kardiovaskulären Endpunktstudien mit SGLT-2-Hemmern zusammen, lassen sich folgende Aussagen treffen: Bei Typ-2-Diabetikern mit manifester kardiovaskulärer Erkrankung verhindern SGLTL-2-Hemmer Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz und bieten eine renale Protektion. Zudem reduzieren sie atherosklerotische Ereignisse (MACE). Bei Typ-2-Diabetes ohne kardiovaskuläre Erkrankung, aber mit Risikofaktoren dafür, können die Vertreter dieser Wirkstoffklasse MACE offenbar nicht reduzieren. Die Nierenschutz-Funktion und ein Vorteil hinsichtlich der Herzinsuffizienz ist jedoch auch in diesem Patientenkollektiv vorhanden.

 

DOI: DOI: 10.1056/NEJMoa1812389

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