Pharmazeutische Zeitung online
Coronavirus-Epidemie

Polizei warnt Bürger vor Betrügern

Aktuell versuchen Betrüger, aus der Corona-Krise Kapital zu schlagen. Kriminelle nutzen nunmehr abgewandelte Varianten des weithin bekannten »Enkeltricks«, warnt die Polizei Hamburg auf ihrem Presseportal. Manche bieten angebliche Gänge zur Apotheke an.
Christiane Berg
26.03.2020
Datenschutz bei der PZ

Dabei gäben sie sich am Telefon als erkrankte Angehörige aus, die sich in Quarantäne befinden und deshalb dringend Bargeld benötigen. In anderen Fällen gäben die Täter vor, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, und bitten um Geld für Medikamente und Therapie.

Die Betrüger sollen sich zudem an der Haustür auch schon als Mitarbeiter des Gesundheitsamts ausgegeben haben. Unter dem Vorwand, einen Coronavirus-Test durchführen zu wollen, träten sie teils in Schutzanzügen auf, um sich so Zugang zur Wohnung und somit zu Wertgegenständen und Bargeld zu verschaffen. Teilweise sollen sie ihr Erscheinen im Vorwege telefonisch angekündigt haben. Bundesweit, so war an anderer Stelle zu lesen, soll es auch schon zu betrügerischen Angeboten für Gänge in die Apotheke zur Abholung von Medikamenten gegen Vorkasse gekommen sein.

Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit
Hamburger Polizei

Kriminelle, so die Polizeipressestelle, seien auch im Internet bereits auf verschiedene Wiese tätig. Über Fake-Shops werden Desinfektionsmittel, Mundschutzmasken oder Thermometer et cetera angeboten, die nach Bezahlung nicht geliefert werden. Zur Ergänzung: In diesem Zusammenhang haben auch einige Apothekerkammern bereits berichtet, dass sie selbst und auch Apotheken zum Teil mit betrügerischen E-Mails bombardiert werden, in denen große Mengen an Schutzmasken und Desinfektionsmitteln gegen Vorkasse angeboten werden.

Ob privat oder geschäftlich: Es sind zudem gefälschte E-Mails im Namen von Behörden oder offiziellen Organisationen, so zum Beispiel der WHO, unterwegs, warnt die Polizei Hamburg. Die Angeschriebenen werden aufgefordert, beigefügte Anhänge zu öffnen und laufen somit Gefahr, Schadsoftware herunterzuladen. In anderen betrügerischen E-Mails werde um Spenden für Angehörige von Corona-Opfern, überbelastetes medizinisches Personal oder für die Erforschung von Impfstoffen gebeten. Bei Betreffzeilen mit Appellen wie »Aufruf zur Spende für den Kampf gegen Corona« sei generell Vorsicht geboten.

Jedermann könne derartige Anrufe, E-Mails oder Besuche erhalten und sollte sich daher gedanklich darauf vorbereiten: »Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte oder Bekannte wissen kann«, so lautet der professionelle Rat der Beamten an die Bürger und Patienten.

Und weiter: »Fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen zu nennen. Verifizieren Sie alles, was behauptet wird. Rufen Sie stets selbst bei dem betreffenden Verwandten oder Bekannten unter der ihnen bekannten Telefonnummer an. Rückversichern und vergewissern Sie sich«, so wird die Bevölkerung aufgerufen.

Der Besuch von Mitarbeitern des Gesundheitsamts oder medizinischem Personal sei nur dann richtig und echt, wenn die Testung selbst initiiert wurde. Anderenfalls sollten Nachbarn telefonisch um Hilfe gebeten werden, während der unbekannte Besucher vor der geschlossenen Tür warten muss. Gesundes Misstrauen sei keine Unhöflichkeit. »Bei verdächtigen Anrufen gilt: Legen Sie einfach auf!«, so der Appell der Polizei.

Mehr von Avoxa