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Pharmagroßhandel

Phoenix angeblich interessiert an Ex-Celesio

Auf dem internationalen Pharmamarkt stehen offenbar milliardenschwere Umwälzungen bevor. Erst machten gestern noch unbestätigte Meldungen die Runde, nach denen sich der US-Pharmahändler McKesson von seinem Europa-Geschäft trennen will. Kaufinteressent ist angeblich Phoenix. Heute meldete dann der britische Pharmariese Glaxo-Smith-Kline ebenfalls Abspaltungspläne an: Er will sein Geschäft mit OTC-Arzneimitteln kräftig eindampfen.
PZ
dpa
24.06.2021  12:42 Uhr

Der US-Pharmahändler McKesson prüft Insidern zufolge den Verkauf seines Europa-Geschäfts. Damit würde McKesson seinen rund 8,3 Milliarden US-Dollar schweren Kauf der deutschen Celesio (Stuttgart) im Jahr 2014 wieder rückgängig machen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg jetzt unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Deutschlands größter Pharmahändler Phoenix Group, die der Milliardärsfamilie Merckle gehört, führe Gespräche, um das kontinentaleuropäische Geschäft der Amerikaner zu übernehmen, hieß es weiter. Zudem befinde sich das McKesson-Management in Gesprächen mit einer Investmentfirma. Dabei gehe es auch um den Verkauf des britischen Geschäfts, zu dem die Lloyds-Apotheken und der Pharmagroßhändler AAH Pharmaceuticals gehören. McKesson mit Sitz in Irving im US-Bundesstaat Texas arbeite mit Beratern an den Transaktionen, hieß es weiter.

Die Gespräche sind der Agentur zufolge zwar fortgeschritten, eine Transaktion sei aber nicht sicher oder könnte verschoben werden. Ein Sprecher von McKesson wollte den Bericht nicht bestätigen. Auch eine Sprecherin der Phoenix Group wollte sich dazu nicht äußern.

Fokus auf US-Geschäft

Nach Berechnungen eines Bloomberg-Analysten könnte sich McKesson womöglich aber mit einem deutlich niedrigeren Verkaufspreis zufrieden geben müssen: Gemessen an den 6,5 Milliarden Dollar, die der Konkurrent AmerisourceBergen zuletzt für das Europa-Geschäft des Pharmahändlers Walgreens Boots Alliance gezahlt hatte, seien McKessons Geschäfte in Großbritannien und auf dem europäischen Kontinent etwa 3 bis 4 Milliarden Dollar wert, hieß es in dem Bericht, da sie im Vergleich weniger profitabel seien.

McKesson hatte in einem ersten Schritt im vergangenen Jahr das frühere Großhandelsgeschäft der Celesio, die Gehe, in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Konkurrenten Walgreens eingebracht. Dabei hält Walgreens Boots Alliance 70 Prozent, der Rest gehört McKesson.

Mit dem Verkauf des Europa-Geschäfts würde sich McKesson stärker auf das US-Geschäft fokussieren, wo das Unternehmen neben AmerisourceBergen und Cardinal Health zu den drei größten Arzneimittelhändlern gehört. McKesson spielt bei der Verteilung von Covid-19 Impfstoffen auf dem Heimatmarkt eine Schlüsselrolle. Die Lieferung von Impfstoffen und anderen Hilfsmitteln zur Bekämpfung des Virus würde 2021 zu mehr Gewinn führen, wie das Unternehmen Anfang des Jahres mitteilte. Die Aktien von McKesson legten in den vergangenen zwölf Monaten um 22 Prozent zu. An der Börse ist das Unternehmen mit etwa 29 Milliarden Dollar bewertet.

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