Pharmazeutische Zeitung online
Appell aus Hessen

Pharmazeutische Dienstleistungen zügig umsetzen

Versorgungsverordnung verlängern

Im Zusammenhang mit der Pandemie steht auch die SARS-CoV-2-AM-Versorgungsverordnung, die bis zum 25. November verlängert wurde. »Ich habe sehr bedauert, dass diese Verordnung nicht verstetigt wurde«, so Funke. Die DAPI-Zahlen belegten eindeutig, dass der GKV keine zusätzlichen Kosten entstanden seien. Und für die Patienten bringe die Regelung nur Vorteile, sie würden besser und schneller versorgt, Apotheken und Arztpraxen würden zudem entlastet. Funke plädierte dafür, das Thema politisch immer wieder zu benennen. Die Zeitschiene sei hierbei jedoch schwierig, da im Herbst wohl gleichzeitig das Spargesetz verhandelt und die GKV wider besseren Wissens auf Einsparungen durch Einhaltung der Rabattverträge pochen werde.

Studium neu

Einem weiteren großen Thema widmete sich Funke mit der Approbationsordnung. Das Thesenpapier zu deren Novellierung wurde im November 2019 mit überwältigender Mehrheit angenommen. In zahlreichen, wegen der Pandemie virtuell stattgefundenen Sitzungen hätte die verfasste Apothekerschaft ein einheitliches, gemeinsames Positionspapier verabschiedet, das in Kürze dem BMG vorgelegt werde. »Der Prozess ist gestartet, und es ist ein großer Vorteil, dass wir geeint an das BMG herantreten«, so Funke. An der Entwicklung beteiligt waren unter anderem die Apothekengewerkschaft Adexa, BPhD, ADKA und DPhG, der Verband der Professoren an Pharmazeutischen Hochschulen, das IMPP, die Fachgruppe WIV sowie Apotheker der Bundeswehr.

Noch Fragen

Von großem Interesse derzeit: die Strukturanalyse der ABDA. Im Juli 2020 wurde der Auftrag von der Mitgliederversammlung an den damaligen Personalvorstand erteilt. Ausgangspunkt in der Mitgliederversammlung waren die steigenden Mitgliedsbeiträge einerseits und die Aufgaben und Abläufe andererseits. Der Personalvorstand erteilte noch 2020 den Auftrag an die Unternehmensberatung BvM und begleitet das Projekt seitens der ABDA. Funke stimmt den bisherigen Ergebnissen einer notwendigen Verschlankung sowie der Möglichkeit, schneller und transparenter zu handeln zwar grundlegend zu. Allerdings dürften diese Prozesse nicht dazu führen, dass die Mitgliedsorganisationen nicht mehr in Entscheidungen eingebunden würden. Auch sieht sie die hauptamtlichen Stimmberechtigten kritisch oder dass Entscheidungen von Arbeitsgruppen nicht der Zustimmung durch die Kammern bedürften.

Das Aufgaben- und Zuständigkeitsgebiet der BAK sei extrem zusammengeschrumpft, das könne unter keinen Umständen so bleiben. Schließlich hätten die Kammern Aufgaben nach den jeweiligen Heilberufsgesetzen zu erfüllen und diese müssten auch ganz originär in der Arbeitsgemeinschaft der Kammern bearbeitet werden.

Sie spricht sich außerdem für die Etablierung eines Rechtsausschusses in der BAK aus, einer Strategiegruppe, die Veränderungen von Gesetzen und Verordnungen beobachtet und für Anpassungen sorgt. Schnellere Prozesse seien erstrebenswert, dürften jedoch nicht zu Lasten der Transparenz den Kammern gegenüber erfolgen.

Es gebe noch viele offene Frage. So sei für sie ganz entscheidend, alle Prozesse, Aufgaben, Arbeitsabläufe zu durchleuchten und zu hinterfragen, wer was wann und wie mache, so die Kammerpräsidentin. Zu den jetzt vorliegenden Vorschlägen könne sie sich keine breite Mehrheit vorstellen.

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