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Mögliches Gas-Embargo

Pharmabranche sieht Medikamenten-Produktion gefährdet

Die deutsche Pharmaindustrie sieht die Produktion lebenswichtiger Medikamente durch ein schnelles Gas-Embargo gegen Russland gefährdet. Das hat eine Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter wichtigen Industrievertretern ergeben.
Cornelia Dölger
09.04.2022  10:46 Uhr

Sowohl Dax-Unternehmen wie auch kleinere Firmen aus der Branche seien zum Teil in erheblichem Umfang auf den Energieträger angewiesen, ergab die Umfrage, über die am heutigen Samstag verschiedene Medien berichten. Aus der Pharmaindustrie verlautete demnach, die Produktion wichtiger Medikamente sei umfänglich auf russische Gaslieferungen angewiesen.

Vor allem zur Erzeugung von Strom und Prozessdampf benötige man eine erhebliche Menge an Erdgas, sagte demnach die Vorsitzende der Geschäftsleitung von Merck, Belén Garijo. »Im Falle einer kurzfristigen Energie- und/oder Gasknappheit riskieren wir daher die Produktion und Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten und kritischen Produkten für die Entwicklung und Herstellung von Biologika und Covid-Impfstoffen.« Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius bereitet sich nach eigenen Angaben auf das Schlimmste vor. «Wir tun gut daran, uns zügig auf mögliche Engpässe vorzubereiten«, sagte der Vorstandsvorsitzende Stephan Sturm, wie etwa n-tv am heutigen Samstag berichtet.

Ausweichen auf andere Energiequellen

Auch für Corona-Impfstoff-Hersteller wäre ein Gas-Engpass demnach problematisch. »Im Rahmen unserer Business-Continuity-Strategie haben wir umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um unsere Produktion gegen das Risiko einer Energieunterversorgung abzusichern«, hieß es bei Biontech, wie n-tv berichtet. Die Covid-19-Impfstoffproduktion könne bei einem Ausfall von Erdgas kurzfristig durch andere Energiequellen sichergestellt werden. Dafür seien zuletzt entsprechende Maßnahmen getroffen worden. Allerdings ist Biontech demnach nach eigenen Angaben auf Rohstoffe oder Vorprodukte von Zulieferern angewiesen.

Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Hans-Georg Feldmeier, betonte demnach, man gehe davon aus, dass Pharma als kritische Infrastruktur gesehen werde. »Wir erwarten, dass mögliche Restriktionen in unserer Branche zuletzt oder gar nicht kommen.« Die Bundesnetzagentur, die bei Gasmangel zum sogenannten Bundeslastverteiler wird und die Verteilung und Zuteilung knapper Gasmengen verantwortet, wies demnach gegenüber der FAZ darauf hin, dass es sich grundsätzlich um Einzelfallentscheidungen handele.

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