| Alexandra Amanatidou |
| 07.10.2026 13:00 Uhr |
Doch auch der geplante zusätzliche Vergütungsabschlag für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) ist Pharma Deutschland ein Dorn im Auge. Vorgesehen sind Vergütungsabschläge für Digitale Gesundheitsanwendungen in Höhe der Quote der Nutzungsabbrüche in den ersten vier Wochen. Zudem soll die Quote der Nutzungsabbrüche in den ersten vier Wochen im Rahmen der anwendungsbegleitenden Erfolgsmessung erhoben und gemeldet werden.
»Eine solche pauschale Regelung würde das Kriterium des nachgewiesenen Nutzens abwerten, indem eine kurze Nutzungsdauer faktisch mit fehlendem medizinischem Nutzen gleichgesetzt wird«, lehnt ihn der Verband ab.
Und damit steht er nicht allein da. Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) warnt in einer Pressemitteilung, dass sich mit den vorgeschlagenen Maßnahmen »vergleichsweise wenig einsparen« lasse. Weitere Kürzungen würden dazu führen, dass Anbieter ihre DiGA nicht mehr wirtschaftlich weiterführen oder neu entwickeln könnten.
»Klinische Evidenz und technische Weiterentwicklung erfordern langfristige Investitionen. Immer neue Eingriffe in die Vergütung erschweren diese Planung«, sagt Dennis Geisthardt, Leiter des »digital.hub« im vfa. »Damit steigt das Risiko, dass bestehende Therapieangebote vom Markt verschwinden und neue digitale Therapien die Versorgung gar nicht erst erreichen.«
Heute berät der Gesundheitsausschuss in einer öffentlichen Anhörung mit Sachverständigen über die Wiedereinführung exklusiver Zytoverträge und Vergütungsabschläge für digitale Gesundheitsanwendungen.