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Zytostatika
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Pharma Deutschland warnt vor neuen Sparvorgaben für Apotheken

Die Wiedereinführung apothekenbezogener Zytostatika-Ausschreibungen wird von mehreren Pharmaverbänden kritisiert. Pharma Deutschland warnt vor den möglichen Folgen für die etablierten Versorgungsabläufe in der Onkologie. Auch zusätzliche Vergütungskürzungen bei digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden abgelehnt.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 07.10.2026  13:00 Uhr
Pharma Deutschland warnt vor neuen Sparvorgaben für Apotheken

Der Verband Pharma Deutschland ist der Ansicht, dass die Vorschläge die Risiken für eingespielte Versorgungsabläufe in der Krebstherapie sowie die Folgen zusätzlicher Vergütungsabschläge für digitale Therapien nicht ausreichend berücksichtigen. Dies teilte der Verband in einer Pressemitteilung mit. Er fordert, beide Regelungen aus dem Änderungspaket zu streichen.

»Die beiden Vorschläge stehen für eine kurzsichtige Sparpolitik, die sowohl die Versorgungsqualität der Gesundheitsinfrastruktur als auch die Pharmaunternehmen am Standort Deutschland schwächt«, sagt die Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, Dorothee Brakmann.

Für eine nachhaltige Stabilisierung der Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seien Reformen erforderlich, die Wirtschaftlichkeit und verlässliche Versorgung verbinden würden. »Die Krankenkassen drängen auf zusätzliche Sparinstrumente, ohne nach rechts oder links zu schauen und die Folgen für Versorgung und Innovation ausreichend zu berücksichtigen.« Die Bundesregierung dürfe diese Forderungen nicht zulasten der Patientinnen und Patienten umsetzen.

BPI: Eingriff in die vorgelagerte industrielle Lieferkette

Auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) spricht sich strikt gegen die Wiedereinführung aus. »Wer bei der Versorgung schwerkranker Menschen allein auf den niedrigsten Preis setzt, spielt mit der Versorgungssicherheit«, erklärte BPI-Hauptgeschäftsführer Kai Joachimsen in einer Pressemitteilung.

Ausschreibungen auf Apothekenebene würden dabei nicht nur die herstellenden Apotheken betreffen, sondern auch »tief in die vorgelagerte industrielle Lieferkette« eingreifen. Die Hersteller der eingesetzten Arzneimittel würden unter zusätzlichen Preis- und Konditionendruck geraten, während die Anforderungen an Produktion, Sicherheitsbestände, Qualitätssicherung und kurzfristige Lieferfähigkeit unverändert hoch blieben.

»Preisdruck und exklusive Vertragsstrukturen schaffen keine zusätzlichen Produktionskapazitäten und keine Reserven für den Krisenfall«, sagt Joachimsen und fügt hinzu: »Wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter verschlechtern, werden Investitionen in Produktionskapazitäten, Lieferfähigkeit und Portfoliobreite erschwert.«

Auch Bork Bretthauer vom Verband Pro Generika äußerte sich dazu auf LinkedIn. Der Vorschlag sei »plötzlich, über Nacht und ohne jeden Dialog mit den Akteuren der Versorgung« gekommen. »Das sind Krebs-Generika, die schon heute unter so hohem wirtschaftlichem Druck stehen, dass ihre Produktion gefährdet ist.« Seit Jahren gebe es  regelmäßig Engpässe. »Ich setze darauf, dass gute Argumente am Ende auch Gehör finden«, so Bretthauer.

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