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Zu Phytos gut beraten
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Pflanzliches mit Evidenz bei Reizmagen und Reizdarm

Magen-Darm-Symptome sind häufig komplex und vielfältig. Da liegt es nahe, mit pflanzlichen Mitteln, die ebenfalls komplex wirken, zu therapieren. Der Markt ist jedoch groß – wie trennt man die Spreu vom Weizen?
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 12.11.2025  18:00 Uhr

Auf den Extrakt kommt es an

Bei einer funktionellen Dyspepsie hätten Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) zwar einen geringen Effekt, seien hier aber gar nicht zugelassen. H2-Antihistaminika und Antazida sind laut neuer Leitlinie nicht effektiver als Placebo, so Wurglics. Empfohlen werden die Phytotherapeutika STW-5 und STW-5-II, was den Präparaten Iberogast® Classic und Iberogast® Advance entspricht, sowie Pfefferminzöl in Kombination in Kümmelöl. Gemeint ist hiermit Carmenthin®. Aus Neutralitätsgründen nennen die Leitlinien in der Regel nur die Extraktkürzel – damit können Laien nichts anfangen, während Apothekenteams hier in der Beratung punkten können.

Bei Reizdarm empfiehlt die S3-Leitlinie die Kombi aus Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Blähungen, Völlegefühl und leichten Krämpfen. Bei Bauchschmerzen und Krämpfen sind magensaftresistente Kapseln mit Pfefferminzöl (zum Beispiel Digestopret®) sogar eine Soll-Empfehlung. Auch STW-5 und STW-5-II zeigten positive Effekte beim Reizdarmsyndrom generell und bei abdominellen Schmerzen im speziellen.

Im weiteren Vortrag erläuterte Wurglics auch noch die Evidenzlage einiger Phytopharmaka bei Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö und Obstipation. Sein Fazit: Es gibt verschiedene pflanzliche Optionen, wobei sich der Evidenzgrad zum Teil deutlich unterscheidet. Es lohne sich in der Phytotherapie immer genau hinzuschauen – bei den Patienten und ihren Symptomen, aber eben auch bei den Packungen im Apothekenregal.

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