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Covid-19-Medikament
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Paxlovid soll noch im Januar einsatzbereit sein

Das Covid-19-Medikament Paxlovid™ soll noch im Januar verordnet und abgegeben werden. Das kündigte der Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach an. Deutschland hat eine Million Packungen des Medikaments gekauft. Es soll möglichst frühzeitig bei einer Coronavirus-Infektion angewendet werden, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 03.01.2022  15:00 Uhr

Mit dem Medikament Paxlovid soll möglichst noch im Januar ein neues Mittel zur Behandlung schwerer Covid-19-Verläufe in Deutschland eingesetzt werden können. «Ich bin zuversichtlich, dass wir bis Ende dieses Monats das dafür notwendige Paket geschnürt haben, dass wir also Lieferungen des Medikaments erhalten und eine Notfallzulassung erreicht haben», sagte Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach der «Welt am Sonntag».

Laut dem SPD-Minister bereitet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) derzeit eine solche nationale Zulassung des Medikament des US-Pharmakonzerns Pfizer vor. Deutschland solle so bereits vor der noch ausstehenden Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA in der Lage sein, Paxlovid einzusetzen.

Vor knapp einer Woche hatte Lauterbach die Order von einer Million Packungen Paxlovid bekanntgegeben. Der SPD-Politiker geht davon aus, dass damit der absehbare Bedarf ausreichend abgedeckt werde. «Das Mittel eignet sich insbesondere für die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten.»

Behandlung läuft über 5 Tage

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte kurz vor Weihnachten eine Notfallzulassung für Paxlovid ausgesprochen. Patienten nehmen nach Angaben des Herstellers über fünf Tage zwei Mal täglich jeweils drei Tabletten ein. Paxlovid besteht unter anderem aus dem Wirkstoff Nirmatrelvir, der ein Sars-CoV-2-Protein hemmt. Damit soll die Vermehrung des Virus gestoppt werden. Nach Angaben von Pfizer von Anfang November verhindern die Corona-Pillen sehr erfolgreich schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten.

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören eine Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Durchfall, Bluthochdruck und Muskelschmerzen. Die EU-Arzneimittelbehörde hatte außerdem mitgeteilt, dass Paxlovid nicht von Patienten mit schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen eingenommen werden dürfe und wegen Wechselwirkungen auch nicht in Kombination mit bestimmten anderen Arzneimitteln. Nicht empfohlen wird das Medikament für Schwangere.

Für die Abgabe von Covid-19-Medikamenten wie Paxlovid aber auch Molnupiravir erhalten Apotheken eine besondere Vergütung. Pro Packung soll es dafür je 30 Euro zuzüglich Umsatzsteuer geben.

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