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Erektile Dysfunktion
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OTC-Zugang zu PDE-5-Hemmern verbessert Versorgung

Der Zugang zu einem PDE-5-Hemmer wie Sildenafil ist in Europa für Männer mit erektiler Dysfunktion sehr unterschiedlich. Eine Studie zeigt nun, dass in Ländern mit OTC-Freigabe sogar mehr Männer den Weg in ärztliche Behandlung finden und weniger wahrscheinlich auf den Schwarzmarkt zurückgreifen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 16.02.2026  18:00 Uhr

Dreimal schon gab es in Deutschland Versuche, Phosphodiesterase-5-Hemmer wie Sildenafil und Tadalafil von der Rezeptpflicht in die Selbstmedikation zu bringen. Jedes Mal scheiterten die Antragsteller jedoch an den Bedenken des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht.

Demnächst könnte das Thema wieder einmal auf die Tagesordnung kommen. Denn Versorgungsforschende haben nun neue Daten aus einer Umfrage mit mehr als 10.000 Männern mit erektiler Dysfunktion (ED) aus vier europäischen Ländern vorgelegt:

  • aus Norwegen und Polen, wo Sildenafil rezeptfrei erhältlich ist (in Norwegen seit Kurzem auch Tadalafil),
  • aus der Schweiz, wo Apotheker PDE-5-Hemmer verordnen können,
  • aus Deutschland, wo bislang für alle Vertreter dieser Substanzklasse eine ärztliche Verordnung erforderlich ist.

Das Team um Professor Dr. Uwe May von der Fresenius Hochschule Wiesbaden und Cosima Bauer vom privaten Forschungsinstitut May und Bauer veröffentlichte die Ergebnisse kürzlich im »International Journal of Public Health«. Unterstützt wurde die Studie unter anderem von Sanofi.

Hohe Prävalenz bei Potenzstörungen

Rund 10.000 Männer zwischen 18 und 75 Jahren wurden eingeschlossen. Das mediane Alter lag zwischen 44 und 46 Jahren. Es wurden jeweils rund 2500 Männer aus Deutschland, Norwegen, Polen und der Schweiz im Frühjahr 2023 befragt, unter anderem zu Problemen mit der Potenz, Konsultationen von medizinischem Fachpersonal (Arzt/Apotheker), Gründen für die Nichtkonsultation eines Arztes, die Verwendung von PDE-5-Hemmern und die Kanäle von deren Beschaffung.

Die Einstufung des Vorhandenseins einer ED erfolgte anhand des international etablierten und validierten Diagnosefragebogens IIEF-5. Die Prävalenz war hoch: In Deutschland lag sie bei 59,7 Prozent, in der Schweiz bei 65,2 Prozent, in Norwegen bei 61,9 Prozent und in Polen bei 65,9 Prozent. Von den betroffenen Männdern hatten jeweils rund 60 bis 65 Prozent eine ärztliche Diagnose. In Norwegen gab jeder dritte Befragte mit Potenzproblemen eine Eigendiagnose an; in Deutschland waren es nur rund 14 Prozent.

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