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OTC-Produkte

Online-Apotheken legen zu

In den vergangenen Jahren konnten die stationären Apotheken den Abstand gegenüber den Online-Apotheken noch stabil halten. Damit scheint es nun vorbei zu sein. 
Daniel Rücker
03.10.2018
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Nach einer Untersuchung der Sempora Consulting holen die Versender deutlich auf. Während die öffentlichen Apotheken in den vergangenen zwölf Monaten nur um 1,4 Prozent zulegten, stieg der Umsatz der Versender im selben Zeitraum um 15,6 Prozent.

Getriggert wird das starke Wachstum laut Sempora von einem anhaltenden Konsolidierungsprozess und hohen Kapitalzuflüssen. Die Online-Apotheken erzielen beim Einkauf von OTC-Arzneimitteln im Durchschnitt einen Umsatz von 43,69 Euro pro Kauf, hat Sempora festgestellt.

Dabei ist bemerkenswert, dass Patienten, die Erkältungs- und Grippemittel erwerben, dafür durchschnittlich 60 Euro ausgeben. Noch höher sind die Bestellwerte, wenn Patienten zu Probiotika und vor allem zu Ginkgo-Produkten greifen. In diesem Fall kann der Kaufpreis auf insgesamt fast 80 Euro beziehungsweise auf über 100 Euro und damit auf das Doppelte des durchschnittlichen Warenkorbs ansteigen. Den stationären Apotheken wird diese Entwicklung immer mehr zum Problem. Die hochpreisigen Produkte werden von den Online-Apotheken abgeräumt, sind offensichtlich sogar Anlass für den Internetkauf. Die preiswerteren Medikamente bleiben dagegen in den öffentlichen Apotheken.

Foto: imago/Westend61

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