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| 19.04.1999 00:00 Uhr |
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20.04.
Trichinen-Erkrankungen in NRW19.04. Bayerns Apotheker Spenden für Kosovo
PZ. Die Teilnehmer des diesjährigen Bayerischen Apothekertages
in Bamberg haben insgesamt 30.000 Mark für die Vertriebenen des Kosovo-Krieges gespendet.
Wie die Landesapothekerkammer mitteilt, sollen mit dem Geld sofort industriefrische
Medikamente gekauft und innerhalb von fünf Tagen mit Hilfe des Bayerischen
Arbeitersamariterbundes nach Mazedonien und Albanien gebracht werden. Unter anderem kamen
die Spenden durch die Versteigerung eines Holzelefantens zustande. Das Kunstwerk aus
Afrika, das aus der Sammlung des 1. Vorsitzenden des Bayerischen Apothekerverbandes,
Gerhard Reichert, stammt, erzielte allein über 5.000 Mark. Um Hilfe unbürokratisch
leisten zu können, ist das "Hilfswerk der Bayerischen Apotheker e.V." ins Leben
gerufen worden. Der Verein hat bereits ein Spendenkonto bei der Deutschen Ärzte- und
Apothekerbank München (BLZ 70090606) eingerichtet. Die Kontonummer lautet 0004793765.
Steuerlich absetzbare Spendenquittungen will die Kammer ausstellen.
19.04. Beim ersten Mal verhüten
Wenige
PZ. Zehn Prozent der Mädchen und Jungen haben bereits mit 14
Jahren die sexuelle Premiere hinter sich. Das Wissen um das Risiko einer ungewollten
Schwangerschaft ist aber immer noch dürftig. Damit erleben Mädchen und Jungen den
Gefühlssturm der ersten Liebe heute früher als die Generation ihrer Eltern. Das erste
Mal findet heute durchschnittlich drei Jahre früher statt als vor einigen Jahrzehnten.
Bis zum 16. Geburtstag hatten bereits 45 Prozent der Mädchen und 36 Prozent der Jungen
Geschlechtsverkehr. Die Angaben stützen sich auf eine kürzlich abgeschlossene
Repräsentativbefragung von fast 2500 Jugendlichen, die im Auftrag der Kölner
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erhoben wurde. Für die überwiegende
Mehrheit der Jugendlichen ist der erste Geschlechtsverkehr ungeplant und kommt für 22
Prozent der Mädchen und 33 Prozent der Jungen völlig überraschend. Dennoch denken mehr
Jugendliche als vor einigen Jahren bereits beim ersten Mal auch an Verhütung. Die Zahl
der Jungs, die dabei keine Vorsorge zur Schwangerschaftsverhütung trafen, sank seit 1980
von damals 29 auf 16 Prozent. Von den Mädchen sind beim ersten Mal 11 Prozent ohne Schutz
gegenüber 20 Prozent im Jahr 1980. Am häufigsten verhüten Jugendliche mit Kondomen.
19.04. Ärzte sind sauer auf
Pharmaindustrie
PZ. Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)
hat die Pharmaindustrie scharf angegriffen. Hintergrund der Attacke sind erfolgreiche
Klagen einzelner Hersteller gegen die Festbetragsfestsetzung und die neuen
Arzneimittel-Richtlinien (AMR). Wie berichtet, hatten Kartellsenate bei den Landgerichten
Düsseldorf und Hamburg entschieden, in beiden Bereichen werde gegen europäisches
Kartellrecht verstoßen. Konsequenz: Neue Festbeträge legen die Kassen nicht mehr fest,
und die neuen Richtlinien mit weiteren Verordnungsausschlüssen können nicht in Kraft
treten. Der KBV-Vorstand wirft der Industrie vor, sie habe sich mit diesen Prozessen eine
Absatzgarantie für ihre 50.000 Präparate zu Lasten der Ärzte verschafft. Dabei werde
nämlich verschwiegen, daß der Ausgabenanstieg für Arzneien aus den Honoraren der
Vertragsärzte bezahlt werde. Angesichts dieser Situation wollen die KBV-Vertreter im
Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen an Beschlußfassungen über AMR
"zunächst nicht mehr mitwirken". Der Bundesverband der Pharmazeutischen
Industrie (BPI) hat die KBV-Kritik zurückgewiesen. Der Verband erinnerte daran, daß die
auch von der Industrie kritisierten Arzneibudgets für die Ärzte von der Politik
beschlossen worden seien. Zudem gebe es keine "Absatzgarantie". Ob ein Präparat
vom Arzt verordnet werde oder nicht, hänge von medizinischen und therapeutischen
Kriterien ab.
16.04. Macht Lohnfortzahlung krank?
PZ. Feiern die
Arbeitnehmer öfter krank, weil die Bundesregierung die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
aufgestockt hat? Das behaupten die Arbeitgeber aufgrund einer neuen Statistik, die das
Bundesgesundheitsministerium (BMG) veröffentlicht hat. Die Bundesregierung hat diese
Interpretation zurückgewiesen. Demnach lag der durchschnittliche Krankenstand der
GKV-Pflichtmitglieder im ersten Quartal 1999 in Westdeutschland bei 4,34 Prozent und im
Osten bei 4,65 Prozent der Sollarbeitszeit. Im gleichen Zeitraum 1998 waren dagegen noch
Krankenstände von 3,92 (West) und 4,27 Prozent (Ost) registriert worden. Im
Vorjahresvergleich sind die Fehlzeiten damit um 10,7 und 8,9 Prozent gestiegen. Die
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) führt den kräftigen Anstieg
auf die Wiedereinführung der 100prozentige Lohnfortzahlung bei Krankheit, medizinischer
Rehabilitation und Vorsorge zurück. Tatsächlich war der durchschnittliche Krankenstand
der Pflichtversicherten in den vergangenen drei Jahren in ganz Deutschland von 4,8 Prozent
(1996) über 4,2 Prozent (1997) auf 4,1 Prozent (1998) kontinuierlich auf ein Rekordtief
gesunken. Für das erste Quartal 1999 ergibt sich nun bundesweit eine Rate von 4,4
Prozent. Aus den BMG-Zahlen ergibt sich allerdings auch, daß die Trendwende bereits im
vierten Quartal 1998 eingesetzt hat - also vor der gesetzlichen Wiedereinführung der
vollen Lohnfortzahlung. In diesem Zeitraum waren die Fehlzeiten im Vergleich zum gleichen
Vorjahreszeitraum bereits um 3,9 Prozent im Westen und 3,8 Prozent im Osten gestiegen.
Zudem sei von der Kürzung der Lohnfortzahlung wegen tarifvertraglicher Regelungen
seinerzeit nur etwa jeder fünfte Beschäftigte betroffen gewesen, so die Bundesregierung.
Für die meisten Arbeitnehmer habe sich also durch die Rücknahme nichts geändert.
16.04. Achilles und die
Fußgesundheit
PZ. Erste epidemiologische Daten der bislang größten
europaweiten Studie zur Fußgesundheit haben bestätigt, daß Fuß- und vor allem
Fußpilzerkrankungen vielen Menschen zu schaffen machen. Etwa jeder dritte Patient in
Deutschland, der eine Hausarztpraxis aufsucht, hat eine Pilzerkrankung der Füße; bei
zwei Dritteln davon handelt es sich um eine Nagelmykose, ergab das sogenannte
Achilles-Projekt. Die Patienten berichteten über deutliche Einschränkungen infolge der
Pilzerkrankung. Jeder zweite klagte über Unbehagen beim Laufen, jeder dritte hatte sogar
Schmerzen. Der Auswertung liegen Diagnosen von mehr als 13000 Menschen zugrunde. Ein
Großteil der Daten stammt aus dem deutschen Teil des Projekts "Foot-Check", an
dem sich über 500 deutsche Dermatologen beteiligt haben. Insgesamt werden Daten aus 20
europäischen Ländern erwartet. Auslöser der Fußmykosen sind in neunzig Prozent der
Fälle Dermatophyten wie Trichophyton, Microsporum und Epidermophyton. Meistens ist
Trichophyton rubrum der Übeltäter. Interessant: Untersuchungen zeigen, daß sich in
öffentlichen Bädern und Sporthallen vorzugsweise Trichophyton mentagrophytes vom Boden
und von Matten anzüchten läßt. Die immer wieder aufgewärmte Mär, man hole sich die
Pilzinfektion in öffentlichen Einrichtungen, ist also nicht bewiesen.
16.04. Pflanzliche
Alternative bei Entzündung
PZ. Ein Rohextrakt aus den Früchten der brasilianischen Fabaceenart
Pterodon emarginatus zeigt im Tierversuch zum Teil ähnliche antiinflammatorische Wirkung
wie herkömmliche nichtsteroidale Entzündungshemmer. Zu diesem Ergebnis kommen
Wissenschaftler aus drei brasilianischen Forschungslaboratorien nach Versuchen mit
männlichen Ratten und Mäusen. P. emarginatus wird in Brasilien als gängiges
entzündungshemmendes Hausmittel gebraucht, beispielsweise bei rheumatischen Beschwerden,
Halsentzündung oder Rückenproblemen. Als wirksame Inhaltsstoffe wurden bei verschiedenen
Pterodon-Species bereits in den 70er Jahren Diterpene und Isoflavone identifiziert. Für
die beobachteten antiinflammatorischen Effekte machen die Forscherdie Terpen-Inhaltsstoffe
der Pflanze verantwortlich. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, daß eine Wirkung offenbar
nur bei Entzündungen zu erwarten ist, die über Prostaglandine und andere
Entzündungsmediatoren des Kininsystems ausgelöst werden.
15.04 Wein schützt nicht immer vor
Herzinfarkt
dpa. In dem Glauben "Wein schützt vor Herzinfarkt"
lassen sich Zigtausende jeden Tag zahlreiche Schoppen schmecken - zum Entsetzen von
Medizinern. Nur in geringen Mengen und nur unter bestimmten Bedingungen fördere Alkohol
die Gesundheit, betonten Spezialisten beim Internistenkongreß in Wiesbaden. "Es muß
dringend davor gewarnt werden, den Alkoholkonsum zu verharmlosen und als Prophylaxe zu
propagieren", sagte Professor dr. Manfred Singer von der Universität Heidelberg.
Zwar habe in verschiedenen epidemiologischen Studien nachgewiesen werden können, daß
leichter bis mäßiger Alkoholkonsum das relative Risiko einer Erkrankung der
Herzkranzgefäße um bis zu 45 Prozent reduzieren könne. Dies gelte aber nur für einen
kleinen Teil der Bevölkerung, dem in Deutschland rund drei Millionen Alkoholabhängige
und zehn Millionen Alkoholgeschädigte gegenüber stünden. Etwa 40.000 Menschen sterben
Singer zufolge jedes Jahr an Erkrankungen infolge von Alkoholkonsum. Mäßiger Wein- oder
Bierkonsum schütze zwar vor Herzinfarkt, berichtete der Internist Johannes Scholl vom
Städtischen Krankenhaus in München-Bogenhausen. "Die Trink- und
Ernährungsgewohnheiten sind aber entscheidend dafür, welche schädlichen oder
herzschützenden Wirkungen Alkohol entfachen kann." So müsse der Alkohol zum Essen
getrunken werden und zwar nicht mehr, als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
empfohlen. Danach liegt die Obergrenze bei 20 Gramm pro Tag für Frauen und bei der
doppelten Menge für Männer.
14.04. Preis für NO und Hirudin
PZ. Den mit 30.000 DM dotierten Paul-Martini-Preis teilen sich
in diesem Jahr Dr. Stefanie Bode-Böger und Dr. Rainer Böger vom Institut für Klinische
Pharmakologie der Medizinischen Hochschule Hannover mit Professor Dr. Andreas Greinacher,
Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Greifswald. Die Preise wurden am 13. April während des Wiesbadener Internistenkongresses
verliehen. Die Wissenschaftler aus Hannover wurden für ihre Arbeiten zur Klärung der
Rolle von Stickstoffmonoxid bei der Durchblutungsregulation ausgezeichnet. Sie konnten
zeigen, warum in Gefäßwänden von Arteriosklerose-Patienten weniger NO gebildet wird.
Professor Dr. Andreas Greinacher erhielt den Preis für seine Arbeiten zur "Klinik,
Diagnostik, Pathophysiologie und Therapie der Heparin-induzierten Thrombozytopenie".
Er entwickelte zunächst einen Labortest, der inzwischen als Standardverfahren
international anerkannt ist. Anschließend klärte er den dieser unerwünschten Wirkung
zugrunde liegenden Mechanismus auf und entwickelte ein neues Therapiekonzept auf der Basis
von gentechnisch hergestelltem Hirudin.
14.04. Leflunomid statt Methotrexat
PZ. Methotrexat, der bisherige Goldstandard in der Therapie der
rheumatoiden Arthritis, könnte bald Konkurrenz bekommen. Das legen zumindest
Phase-III-Studien nahe, in denen Leflunomid Methotrexat und auch Sulfasalazin ebenbürtig
war und gleichzeitig weniger Nebenwirkungen aufwies. In den USA bereits seit Herbst 1998
auf dem Markt, wird die Zulassung für Leflunomid (Arava®) in Deutschland für
September dieses Jahres erwartet. Bereits nach einem Monat Behandlungsdauer wurde die
Wirksamkeit von Leflunomid offenkundig, berichtete Dr. Iris Löw-Friedrich,
Studienleiterin aus Bridgewater, von zwei placebokontrollierten, doppelblinden Studien.
Die röntgenologisch nachweisbare Progression der Erkrankung werde verzögert, die
Funktionsfähigkeit der Gelenke und damit die Lebensqualität der Patienten verbessert,
sagte sie. Eine der beiden Phase-III-Studien ist eine bisher noch nicht publizierte
Untersuchung mit 482 Patienten in Nordamerika. Über eine Behandlungsdauer von einem Jahr
bekamen sie entweder Leflunomid (täglich 20 Milligramm), Methotrexat (7,5 bis 15
Milligramm pro Woche) oder Placebo. Die Zahl der schmerzhaften und geschwollenen Gelenke,
Röntgenbilder und Entzündungsparameter wie Blutsenkungsgeschwindigkeit und C-reaktives
Protein waren die primären Zielgrößen. Es wurden keine klinisch relevanten
Unterschiede zwischen der Wirksamkeit von Leflunomid und Methotrexat gefunden",
informierte Löw-Friedrich.
14.04. Merck-Aktie steigt nach
Führungswechsel
dpa. Der für Mitte nächsten Jahres angekündigte
Führungswechsel sorgte am Dienstag an der Frankfurter Aktienbörse für einen Kurssprung
der Merck-Aktie. Ihr Wert kletterte um 3,61 Prozent auf 34,40 Euro; die Merck-Aktie
gehörte damit an diesem Tag zu den fünf am stärksten gefragten Papieren. Mit dem
Rückzug des "Marathon-Chefs" geht bei Merck eine Ära zu Ende. Manche
betrachten ihn skeptisch als "Gralshüter der Merck-Kultur", für andere ist er
ein weitsichtiger, bedachter "Firmenpatriarch", der mehr als nur die
Gewinnaussichten seiner Aktionäre im Auge hat. Ganz gleich welche Klischees zu seiner
Charakterisierung bemüht werden: Der Merck-Vorstandschef Hans Joachim Langmann gehört
zur alten Garde unter den Managern in Deutschland. Mit seinem für Mitte nächsten Jahres
geplanten Rückzug aus der Führungsspitze geht bei dem Darmstädter Chemie- und
Pharma-Konzern eine jahrzehntelange Ära zu Ende. Mit einer Amtszeit von fast 30 Jahren
ist der 74 Jahre alte Diplom-Physiker und Wirtschaftsfachmann einer der dienstältesten
Chemie-Manager im Land.
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