Nur erfahrene Radiologen mit einer speziellen Fortbildung sind für das Screening auf Lungenkrebs qualifiziert. / © Getty Images/peakSTOCK
Zum Lungenkrebsscreening wird keiner eingeladen. »Das ist der Initiative des starken Rauchers überlassen oder eben des Arztes«, sagte Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdiensts, gegenüber der PZ. »Es gibt – anders als bei anderen gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen – kein Einladungsverfahren.« Das geht auch gar nicht, denn der Zigarettenkonsum einer Person ist oft nirgends dokumentiert.
Seit dem 1. April 2026 können Menschen mit hoher Tabakexposition das Lungenkrebsscreening im Alter zwischen 50 und 75 Jahren auf Kosten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Anspruch nehmen. Das Angebot richtet sich an Versicherte mit mindestens 15 Packungsjahren, die mindestens 25 Jahre lang rauchen oder geraucht haben. Ein Rauchstopp darf maximal zehn Jahre zurückliegen oder nicht länger als zehn Jahre angedauert haben. Nur der Konsum von Zigaretten ist ausschlaggebend, nicht der anderer Tabakprodukte.
»Wir befinden uns noch klar in der Aufbau- und Implementierungsphase«, teilte Professor Dr. Jürgen Wolf, Ärztlicher Leiter des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) am Uniklinikum Köln, auf Nachfrage der PZ schriftlich mit. Die Einführung des Screenings bezeichnete er als wichtigen Schritt. Die Umsetzung hänge aber stark davon ab, dass Risikopersonen und ihre Behandler das Angebot kennen und aktiv nutzen.
Wolf sieht internistische sowie Hausarztpraxen in einer zentralen Rolle. »Sie prüfen die Anspruchsberechtigung, beraten die Betroffenen und veranlassen die Überweisung zur Niedrigdosis-CT.« Die Computertomografie (CT) führen dann Radiologinnen und Radiologen mit spezieller Fortbildung und der Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung durch. »Hohe Qualitätsanforderungen gelten hier bewusst«, erklärte Wolf.
In welchem Umfang das Screening angeboten werde, lasse sich momentan noch kaum beurteilen. Flächendeckende Versorgungsstrukturen würden aufgebaut. Weg-Remers konkretisiert das: »Wenn man bereit ist, eine gewisse Strecke zu fahren, kann man von der flächendeckenden Versorgung sprechen.« Besonders auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern oder in Niedersachsen könne der Weg zur nächsten Radiologie-Praxis aber sehr weit sein. Um eine Praxis in seiner Nähe zu finden, die diese Leistung anbietet, nennt Weg-Remers die Arztsuche bei gesund.bund.de und die Website radiologie-finden.de.