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Doc-Morris-Verwaltungsrat
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Oberhänsli bestätigt, Oesterle durchgefallen

Vorerst kein investorenbestimmter Personalwechsel im Doc-Morris-Verwaltungsrat: Die Generalversammlung bestätigte den langjährigen Vorsitzenden Walter Oberhänsli im Amt. Sein Gegenspieler Fritz Oesterle, installiert vom Großaktionär CEPD, fiel durch.
AutorKontaktPZ
Datum 13.05.2026  10:30 Uhr

Bei der ordentlichen Generalversammlung in Zürich seien die Aktionärinnen und Aktionäre bei allen Abstimmungen den Empfehlungen des amtierenden Verwaltungsrats gefolgt, ließ der Versender wissen. Die Kandidaten des Gremiums seien »mit deutlichen Mehrheiten« gewählt worden. Die Anträge des Minderheitsaktionärs CEPD,  der drei von insgesamt sechs Sitzen im Verwaltungsrat sowie das Präsidium beanspruchte, seien »ebenso deutlich abgelehnt« worden.

Der langjährige Vorsitzende Walter Oberhänsli wurde als Präsident des Verwaltungsrats bestätigt. Wiedergewählt wurden zudem Andréa Belliger und Florian SeubertThomas Bucher, Nicole Formica-Schiller sowie Thomas U. Reutter kamen neu hinzu. Auch bei der Besetzung des Vergütungs- und Nominationsausschusses folgte die Generalversammlung demnach dem Vorschlag des Verwaltungsrats. Walter Oberhänsli und Florian Seubert wurden wiedergewählt, Nicole Formica-Schiller ist neu im Ausschuss.

Großaktionär übte Druck auf Doc Morris aus

Oberhänsli dankte den Aktionärinnen und Aktionären für das Vertrauen. »Wir können uns nun voll darauf konzentrieren, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuverfolgen«, kündigte er an. Gleichzeitig zeigte er sich offen für den Dialog mit dem Investor CEPD, was dessen Vertretung im Verwaltungsrat angehe.

Der Großaktionär, der zum größten polnischen Pharmaunternehmen Pelion gehört, hatte wegen drastischer Kursverluste Druck auf Doc Morris ausgeübt. Verfehlte Strategien und Prognosen hatten die wirtschaftliche Performance des Versenders angekratzt – mit dem früheren CEO des Pharmagroßhändlers Celesio, Fritz Oesterle, ging CEPD zum Angriff über.  Der Investor beantragte für die Generalversammlung die Wahl von drei eigenen Vertretern in den Verwaltungsrat und die Übernahme des Präsidiums. Oberhänsli solle durch Oesterle ersetzt werden. 

Der Plan ging vorerst nicht auf – offenkundig, weil die Warnung von Doc Morris vor einer kalten Übernahme bei den Aktionärinnen und Aktionären verfing. Das Management hatte betont, dass dies »im Widerspruch zu den Interessen aller anderen Aktionäre« stehe. Denn wer drei von sechs Verwaltungsratsmitgliedern und den Präsidenten stelle, kontrolliere das Unternehmen nach Belieben.

Rückendeckung erhielt das Management auch von einem Aktionär, dem Schweizer Sterling Strategic Value Fund, der 3, 2 Prozent der Aktien hält. Er ließ früh wissen, dass er den von Doc Morris vorgeschlagenen Kurs der Erneuerung durch die Neubesetzung dreier Positionen im Verwaltungsrat unterstütze.

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