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Digitalisierung

Nutzen der EPA für Ärzte begrenzt

Die Kassenärzte erwarten zunächst eine begrenzte Nachfrage nach neuen digitalen Angeboten für die Patienten wie Gesundheits-Apps auf Rezept. Welche Anwendungen die Versorgung wirklich verbessern und genutzt werden, bleibe abzuwarten. Zudem sehen sie den Nutzen der elektronischen Patientenakte für die Ärzte begrenzt.
dpa
PZ
03.01.2020
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»Bei manchen Krankheiten werden Apps sinnvoll und hilfreich sein und einen tatsächlichen Mehrwert bringen«, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Nachrichtenagentur dpa, an einen »Hype« glaubt er jedoch nicht. Bei elektronischen Patientenakten (EPA) sei der Nutzen für Ärzte begrenzt. »Patienten haben das Recht, Daten für einen Arzt unsichtbar zu stellen, was völlig in Ordnung ist.« Aus der Akte könne daher aber auch keine Haftung für den Arzt entstehen.

Bestimmte Apps fürs Handy können Patienten künftig von der Kasse bezahlt bekommen, wenn ihr Arzt sie verschreibt. Nach einem Gesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gilt dies zum Beispiel für Anwendungen, die beim regelmäßigen Einnehmen von Medikamenten helfen oder digitale Tagebücher für Diabetiker. Dafür ist eine rasche Zulassung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorgesehen.

Was haben Gesundheits-Apps mit Fitness-Studios gemeinsam?

Ein Jahr tragen die Kassen die Kosten für die Apps. In dieser Frist müssen die Anbieter den Nachweis einer besseren Versorgung liefern. Gassen meint dazu: »Anfang Januar gehen immer die Anmeldezahlen in Fitnessstudios hoch, weil sich viele zu Silvester mehr Sport fürs neue Jahr vornehmen. So könnte es bei manchen Apps auch sein: Nach acht Wochen guckt keiner mehr drauf, bis auf einen eher kleineren Kreis von Patienten, die das wirklich nutzen.«

Es gebe sehr viele Angebote, aber nur die allerwenigsten erfüllten auch nur ansatzweise die Anforderungen an ein Medizinprodukt. Wichtig sei zudem, dass verordnungsfähige Apps wie Medikamente im Praxissystem abrufbar sind. Mit Blick auf E-Akten, die Patienten ab 2021 zur freiwilligen Nutzung angeboten werden sollen, sagte der KBV-Chef: »Es wird junge EDV-affine Patienten geben, die die digitale Akte in größerem Umfang nutzen – und andere, die sagen, das interessiert mich nicht. Man kann sich schwer vorstellen, dass viele über 75-Jährige ihren Fokus auf die E-Akte legen, wenn sie seit 20 Jahren zu ihrem Hausarzt gehen, der ohnehin weiß, was bei ihnen anliegt.«

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