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Sophie Hermans beim HSK
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Nur was hilft, wird bezahlt

Das deutsche Gesundheitssystem hat große Reformen zu bewältigen – und die Niederlande stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Beim Hauptstadtkongress sprach die niederländische Gesundheitsministerin Sophie Hermans über die Bedeutung der Prävention – auch mit Blick auf militärische Bedrohungen.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 23.06.2026  11:45 Uhr

Beim Hauptstadtkongress wird jedes Jahr ein europäisches Land als Partner eingeladen. Im vergangenen Jahr war es Österreich, in diesem Jahr die Niederlande. Bei unseren Nachbarn wurde schon 2005 eine große Krankenkassenreform umgesetzt, um unter anderem die Einnahmebasis zu verbreitern.

Hermans sprach über die medizinischen Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten. Diese hätten zwar die Gesundheitsversorgung massiv verbessert, aber auch zu großen Steigerungen bei den Ausgaben geführt. Zudem leiden auch die Niederlande unter Fachkräftemangel, teilweise müssten Versicherte zwei Wochen auf einen Arzttermin warten. Auch Arzneimittelengpässe stellen dort wie hierzulande ein Problem dar.

Auch im Nachbarland wird seit Jahren darüber diskutiert, welche Kosten von der Allgemeinheit und welche privat bezahlt werden müssen. Hermans betonte, dass Leistungen mit geringem medizinischen Nutzen nicht mehr erstattet werden könnten.

Die Gesundheitsversorgung müsse erschwinglich und verfügbar sein – auch in Krisenzeiten. Resilienz starte schon bei der Geburt mit gesunden Babys und setze sich in der Jugend mit gesunder Ernährung und Sport fort. »Deswegen investiert die niederländische Regierung in Prävention, um die gesündeste Generation aller Zeiten zu schaffen«, so Hermans.

Im Krisenfall schnell skalieren

Das hat laut der Ministerin sogar Einfluss auf die Verteidigungsfähigkeit: Selbst Soldaten gingen nur in den Dienst, wenn sie sich auf ihr Gesundheitssystem verlassen könnten. Daher müssten die Systeme im Krisenfall schnell skalieren können.

Resilienz betrifft aber auch die Zivilbevölkerung. Hermans betonte, wie wichtig es sei, sich in Krisenzeiten gegenseitig zu helfen und vorbereitet zu sein. Im Primärversorgungssystem müssten Gesundheitsversorgung und Sozialarbeit zusammenarbeiten, denn häufig gehe es nicht ausschließlich um medizinische Fragen.

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