Michael Marxen (rechts) folgt Oliver Feth als VZA-Präsident. / © VZA
Am Freitag und Samstag fand die Jahresmitgliederversammlung des Verbands der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker (VZA) in Berlin unter hoher Beteiligung statt. »Das hat sicher nicht nur mit dem guten Zusammenhalt in unserem Verband zu tun, sondern auch mit den Zeiten, in denen die hochspezialisierten Apotheken klarkommen müssen«, sagte der bisherige VZA-Präsident Oliver Feth. Da Feth seine Apotheke in Stade aufgeben musste, kann er laut Satzung das Amt nicht weiter ausüben und wurde zum Ehrenmitglied ernannt.
Der bisherige Vizepräsident Michael Marxen (Kronen-Apotheke, Wesseling) übernimmt den Vorsitz. Neuer Vizepräsident ist der bisherige Beisitzer Michael Raber (Sankt Barbara-Apotheke, Trier). Für ihn rückt Stefan Räuber (Bären-Apotheke, Kassel) nach. Zum Vorstand gehören nach wie vor Vizepräsidentin Christiane König (Marien-Apotheke, Neuss), Schatzmeister Frederik Schöning (Eschendorf-Apotheke, Rheine), Schriftführerin Kerstin Harder (Mühlen-Apotheke, Oststeinbek) und Beisitzer Tobias Goeke (Dom-Apotheke, Essen).
Die wirtschaftliche Lage wird auch für die Zytostatika herstellenden Apotheken immer schwieriger – dazu tragen auch Nullretaxationen und die seit vielen Jahren nicht mehr angepassten Arbeitspreise in der Hilfstaxe bei. Bei den Nullretaxationen herrsche eine »Strafexpeditionsmentalität mit legalisiertem Raubbau an hochqualifizierten Apotheken«, so Altpräsident Feth in seiner Rede. Er forderte ein Ende der fatalen Entwicklung: »Wir brauchen ein faires System, das zwischen Form- und Versorgungsfehlern unterscheidet und bei Abrechnungen nicht in unwürdiger und unverschämter Weise Formalkleinigkeiten sucht, um sich vor ordentlicher Bezahlung zu drücken.«
Der aktuelle Gesetzentwurf geht dem VZA hier nicht weit genug. Er regele nur einzelne Fallkonstellationen, schaffe die Nullretaxation wegen Formfehlern aber (entgegen der Zusage im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien) nicht vollständig ab.
Auch bei der Hilfstaxe müsse der Weg in die Unwirtschaftlichkeit beendet werden. Apotheken würden immer mehr unzulässig unter Druck gesetzt. Zudem sieht der VZA die Apotheken als überforderte Inkassostellen von den Krankenkassen bei der Abrechnung gesetzlicher Zuzahlungen durch Patienten missbraucht. Die Einziehung gehöre vollständig an die Krankenkassen delegiert. Eine Abrechnung erst nach Beendigung eines langwierigen bürokratischen Hin und Her wegen nicht geleisteter Zuzahlungen sei nicht darstellbar.
Zudem wehrt sich der Verband gegen eine Ausweitung der Versorgung durch Krankenhausapotheken im ambulanten Bereich. Es drohten wettbewerbsrechtliche Probleme, wenn öffentlich geförderte Kliniken mit ihren Apotheken in Konkurrenz zu öffentlichen Apotheken träten, die unverzichtbar seien für die wohnortnahe und individuelle Patientenversorgung. Auch der neue VZA-Präsident Marxen lehnte jegliche nicht im Patienteninteresse begründete Versorgungsumsteuerung ab.
Weitere Schmerzpunkte sind der Personalmangel und die ständig steigende Bürokratie. »Wir kämpfen gegen die Unterfinanzierung und für die klugen Köpfe von morgen. Die Politik muss endlich anerkennen und entsprechend handeln, dass sich Modernisierung und Kaputtsparen nicht miteinander vereinbaren lassen«, sagte Feth.
Neben dem berufspolitischen Teil gab es wie immer bei der VZA-Jahrestagung ein Forum für onkologische Fachthemen. Dabei ging es unter anderem um moderne Therapieoptionen bei Melanomen und ein Update zur S3-Leitlinie Supportive Therapie, aber auch um rechtliche Fragestellungen.