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Hygiene

Nicht nur zum Essen – Hände waschen nicht vergessen

Einer der besten Tipps gegen Erkältung, Grippe und andere Infektionen: Die Hände waschen, wenn man nach Hause kommt. Doch nur etwa die Hälfte der Deutschen beherzigt das, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.
Daniela Hüttemann
05.10.2018
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Passend zum Welt-Händewasch-Tag am 15. Oktober hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema »Infektionsschutz durch Hygiene« veröffentlicht. Dafür befragte das Meinungsforschungsunternehmen Forsa im vergangenen Jahr 4.018 Personen im Alter von 18 bis 85 Jahren.

Demnach meinen zwar so gut wie alle Befragte, dass Händewaschen wahrscheinlich oder auf jeden Fall hilft, die Übertragung von Infektionskrankheiten zu verhindern. 96 Prozent waschen sich auch immer oder fast immer die Hände nach dem Toilettenbesuch. Nach dem Naseputzen oder Husten tut dies aber weniger als ein Drittel. Anders sieht es aus, wenn man Kontakt mit einem Kranken hatte – danach greifen drei Viertel der Befragten zu Wasser und Seife.

Nur die Hälfte wäscht sich die Hände, wenn sie nach Hause kommt oder öffentliche Verkehrsmittel genutzt hat. Ebenfalls nur die Hälfte hält dies für nötig nach dem Streicheln eines Tieres. Den Verzicht auf das Händewaschen nach dem Heimkommen begründen 75 Prozent der Befragten mit fehlender Notwendigkeit. Genauso argumentieren 72 Prozent der Menschen, die nach dem Berühren eines Tieres nicht zum Waschbecken gehen.

Besser sieht es bei der Händehygiene beim Essen aus: Immerhin 81 Prozent waschen sich die Hände vor dem Zubereiten einer Mahlzeit, während dies nur 61 Prozent tun, bevor sie sich an den Esstisch setzen.

»Die Hände sind potenzielle Überträger von Krankheitserregern«, betont BZgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss. »Gründliches Händewaschen kann die Übertragungskette leicht unterbrechen und damit das Infektionsrisiko deutlich verringern.« Das wissen die meisten allerdings bereits, wie die Umfrage ebenfalls zeigt. So sind 91 Prozent darüber informiert, dass sich Erkältungserreger über die Hände, zum Beispiel beim Händeschütteln oder durch Kontakt mit kontaminierten Gegenständen, weiter verbreiten. Dass dies auch der Fall bei Magen-Darm-Infekten und echter Grippe ist, wissen 89 beziehungsweise 85 Prozent.

Erfreulich sei, dass der Anteil derjenigen, die beim Einseifen der Hände die empfohlene Dauer von mindestens 20 Sekunden einhalten, in den vergangenen drei Jahren von 38 auf 51 Prozent gestiegen ist, so die BZgA-Leiterin. 90 Prozent nutzt nach Möglichkeit immer Seife oder Waschlotion. 15 Prozent aller Befragten gaben zudem an, im Alltag regelmäßig Mittel zur Händedesinfektion zu nutzen. 48 Prozent greifen nur in bestimmten Situationen darauf zurück. 37 Prozent verwenden derartige Mittel nie.

Foto: Fotolia/Konstantin Yuganov

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