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Neue Studien
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Neues zur Inkubations- und Überlebenszeit von Coronaviren

China listet Infizierte ohne Symptome nicht mehr. Derweil berichten Forscher, dass die Inkubationszeit deutlich länger sein könnte, als bislang gedacht, und die Viren bis zu neun Tagen auf Oberflächen überleben können. Die wissenschaftlichen  Erkenntnisse sollen heute und morgen bei einem WHO-Gipfel zusammen getragen werden.
AutorKontaktdpa
Datum 11.02.2020  10:32 Uhr

Neun Tage infektiös auf Oberflächen

Coronaviren können sich bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen wie Klingeln und Türgriffen halten und infektiös bleiben. Im Schnitt überleben sie zwischen vier und fünf Tagen, berichtete am Freitag ein Forschungsteam aus Greifswald und Bochum im «Journal of Hospital Infection» (DOI: 10.1016/j.jhin.2020.01.022). «Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit steigern ihre Lebensdauer noch», sagte Professor Dr. Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald.

Da es gegen Coronaviren keine spezifische Therapie gebe, sei die Vorbeugung gegen Ansteckungen wichtig. Wie alle Tröpfcheninfektionen verbreite sich das Virus auch über Hände und häufig angefasste Oberflächen. «Im Krankenhaus können das zum Beispiel Türklinken sein, aber auch Klingeln, Nachttische, Bettgestelle und andere Gegenstände im direkten Umfeld von Patienten», erklärte Kampf.

Gemeinsam mit dem Virologen Professor Dr. Eike Steinmann von der Ruhr-Universität Bochum hatte Kampf für ein geplantes Fachbuch Erkenntnisse aus Studien über Coronaviren und deren Inaktivierung zusammengestellt. Aufgrund der aktuellen Lage veröffentlichten sie die wissenschaftlichen Fakten vorab. Sie nehmen an, dass ihre Erkenntnisse über andere Coronaviren auf das neue Virus 2019-nCoV übertragbar sind. «Es wurden unterschiedliche Coronaviren untersucht, und die Ergebnisse waren alle ähnlich», erklärte Steinmann.

Zur Desinfektion empfehlen die Forscher Mittel auf der Basis von Ethanol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit. Wende man diese in richtiger Konzentration an, reduzierten sie die Zahl der infektiösen Coronaviren binnen einer Minute drastisch – von einer Million auf nur noch 100 krankmachende Partikel. Würden Präparate auf anderer Wirkstoffbasis verwendet, sollten sie zumindest begrenzt gegen Viren wirken. «In der Regel genügt das, um die Gefahr einer Ansteckung deutlich zu reduzieren», meinte Kampf. Allgemein wird zu häufigem Händewaschen geraten.

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