| Sven Siebenand |
| 24.09.2026 14:50 Uhr |
Am ersten Tag werden einmal drei Ensitrelvir-Tabletten (insgesamt 375 mg) eingenommen, an den Tagen 2 bis 5 dann jeweils eine 125-mg-Tablette (Symbolbild). / © Getty Images/Maria Rzeszotarska
Ensitrelvir hemmt selektiv die 3C-like-(3CL-)Protease von SARS-CoV-2, ein essenzielles Enzym für die Prozessierung des Polyproteins, das durch das SARS-CoV-2-Gen codiert wird. Der Wirkstoff hemmt damit die Replikation von SARS-CoV-2. Dieser Wirkmechanismus ist bereits von Nirmatrelvir, das in Paxlovid™ enthalten ist, bekannt.
Anders als Nirmatrelvir kommt Ensitrelvir aber ohne Ritonavir-Booster aus. Zudem ist das Anwendungsgebiet ein anderes: Paxlovid ist für die Covid-19-Behandlung zugelassen, Zokovea für die Postexpositionsprophylaxe von Covid-19. Das Mittel darf ab einem Alter von zwölf Jahren zum Einsatz kommen.
Die Therapie mit Ensitrelvir sollte so bald wie möglich und innerhalb von 72 Stunden nach engem Kontakt mit einer Person mit SARS-CoV-2-Infektion beginnen. Am ersten Tag werden einmal drei Tabletten (375 mg) eingenommen, an den Tagen 2 bis 5 dann jeweils eine Tablette (125 mg). Die Anwendung von Zokovea bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wird nicht empfohlen. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind Hypertriglyzeridämie, Kopfschmerzen, Diarrhö und Übelkeit.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Vor Beginn der Behandlung muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Ensitrelvir ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Das Stillen wird während der Behandlung und für zwei Wochen nach der letzten Dosis nicht empfohlen.
Weitere Kontraindikationen beziehen sich auf Wechselwirkungen: Arzneimittel, deren Clearance stark von CYP3A abhängt und bei denen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Reaktionen assoziiert sind, sind in Kombination mit Ensitrelvir kontraindiziert. Ebenso tabu sind Arzneimittel, die starke CYP3A-Induktoren sind und bei denen signifikant reduzierte Plasmakonzentrationen von Ensitrelvir mit dem potenziellen Verlust des virologischen Ansprechens und mit potenzieller Resistenz assoziiert sein können.