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Augenheilkunde

Neues Gel kittet Hornhautschäden

Eine US-amerikanische Forschergruppe hat ein Gel entwickelt, mit dem sich Schäden der Hornhaut des Auges reparieren lassen. Erste Tierversuche mit dem aus modifizierter Gelatine aufgebauten, durch Licht gehärteten Gel verliefen vielversprechend.
Annette Mende
21.03.2019
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Verletzungen und Infektionen der Hornhaut des Auges sind häufige Ursachen für eine Vernarbung oder Ausdünnung der Hornhaut, die zu einem Verlust der Sehkraft führen können. Jährlich erblinden weltweit mehr als 1,5 Millionen Menschen infolge von Hornhautschäden. Lediglich 5 Prozent der Betroffenen können durch eine Hornhaut-Transplantation das Augenlicht wiedererlangen, denn Spender-Hornhäute sind rar und die Operation ist kostspielig. Die Alternative – synthetische Klebstoffe – kommt häufig nicht infrage, weil die verfügbaren Kleber rau und wenig transparent sind und sich aufgrund ihrer schlechten Biokompatibilität nicht gut in das Gewebe integrieren.

Im Fachjournal »Science Advances« stellt jetzt ein Team um Ehsan Shirzaei Sani von der University of California in Los Angeles ein neues Hornhaut-Reparaturgel mit verbesserten Materialeigenschaften vor. Das sogenannte GelCORE (Gel zur cornealen Regeneration) besteht aus chemisch modifizierter Gelatine und Polymeren, die durch Bestrahlung mit blauem Licht zur Crossverlinkung angeregt werden. Das klare, visköse Gel wird mithilfe einer Tropfhilfe oder einer Spritze auf die Hornhaut aufgebracht und anschließend durch Bestrahlung mit blauem Licht gehärtet. Es nimmt dadurch die biomechanischen Eischenschaften der natürlichen Hornhaut an, heißt es in einer Mitteilung des an der Entwicklung beteiligten Massachusetts Eye and Ear Infirmary.

Bei Kaninchen konnten Hornhautdefekte von 3 mm Größe mit GelCORE erfolgreich verschlossen werden, berichten die Forscher. Im weiteren Verlauf seien die Regeneration der Hornhaut und die Reepithelialisierung angeregt worden. Ein Vorteil des neuen Materials sei, dass sich dessen Eigenschaften durch die Konzentration des Gels und die Dauer der Lichtbestrahlung variieren lassen. Innerhalb eines Jahres wollen die Forscher nun mit klinischen Tests am Menschen beginnen.

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