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Studie

Neuer Ansatz zur Akne-Therapie

Das Protein »GATA6« scheint eine Rolle bei der Entstehung von Akne zu spielen, wie aktuelle Studienergebnisse zeigen. Somit könnte es eine mögliche Zielstruktur für neuartige Therapieoptionen sein.
Carolin Lang
20.10.2020  18:00 Uhr

Akne betrifft als eine der häufigsten Hautkrankheiten weltweit etwa 650 Millionen Menschen. Die molekularen Mechanismen der Pathogenese sind jedoch noch nicht vollständig verstanden. Die Arbeitsgruppe um Dr. Fiona M. Watt, Professorin für regenerative Medizin am King’s College London, fand nun heraus, dass das Protein GATA6 (GATA-bindendes Protein 6) dabei möglicherweise eine Rolle spielt, denn die Expression scheint bei Akne-Patienten reduziert zu sein. Die Studienergebnisse (DOI: 10.1038/s41467-020-18784-z) sind heute im Fachjournal »Nature Communications« erschienen.

Die Untersuchung der Haut-Biopsien von fünf gesunden Probanden und neun Patienten mit unterschiedlichen Schweregraden von Akne ergab, dass die Werte von GATA6 in der Haut bei Akne-Patienten reduziert waren. Das Forscher-Team geht davon aus, dass GATA6 im Bereich der oberen Haarfollikel und den zugehörigen Talgdrüsen exprimiert wird. Dabei scheint es einige physiologische Prozesse zu steuern, die zur Homöostase in diesem Bereich beitragen, wie die Autoren berichten. Sie vermuten, dass GATA6 unter anderem die Zellproliferation und die Lipidproduktion begrenzt, um eine Überproduktion von Hautfetten durch die Talgdrüsen zu verhindern. Über einen Signalweg könnte es außerdem der Entstehung von Komedonen, also Mitessern, vorbeugen. Ein Verlust des Proteins GATA6 könnte somit zur Pathogenese der Akne beitragen.

Durch die Arbeit sei GATA6 als ein wichtiger Regulator in den oberen Hautschichten identifiziert, schlussfolgern die Autoren. Die neuen Erkenntnisse könnten den Weg für neue Therapieoptionen bei Akne ebnen.

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