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Organspende
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Neue Debatte über Widerspruchsregelung

Tausende Schwerkranke warten auf eine gespendete Niere oder Leber. Um zu mehr Transplantationen zu kommen, wird schon lange über ein ganz anderes Prinzip diskutiert. Im Parlament wird das nun konkret.
AutorKontaktdpa
Datum 24.09.2026  15:50 Uhr

Was eine andere Gruppe will

Auch eine zweite Abgeordnetengruppe will zu mehr Organspenden kommen – aber über mehr Aufklärung und Aufforderungen zum Entscheiden. Sie stellt sich strikt gegen die Widerspruchsregelung. »Schweigen darf nicht als Zustimmung gewertet werden«, lautet ein Kernargument. Mit einem Antrag zielt die Gruppe unter anderem darauf, dass alle Bürgerinnen und Bürger »zeitnah« nach dem 18. Geburtstag aufgefordert werden, sich zu ihrer Spendebereitschaft zu äußern und ihren Willen festzuhalten – neben »Ja« und »Nein« auch »unentschieden«.

Der Grünen-Abgeordnete Sven Lehmann sagte, es brauche mehr Spender. Aber eine so sensible Frage sollte »eine Entscheidung bleiben, die ein Mensch aktiv bejahen muss.« Die Widerspruchsregelung bedeute »im Kern nichts anderes als eine Vergesellschaftung des Körpers«. Michael Brand (CDU) sagte, überall brauche es positive Zustimmung, selbst bei der Nutzung von Internetseiten. »Ausgerechnet bei den Organen wollen wir es jetzt staatlich umdrehen?« Es gebe viele konkrete Schritte, mit denen man Leben retten könne. Bis heute fehle eine vernünftige Online-Kampagne, zu informieren und zu überzeugen.

Wie die Aussichten sind

Der Gesetzentwurf pro Widerspruchsregelung wird zur Einbringung von 254 Abgeordneten unterstützt – der Contra-Antrag von zunächst 58 Abgeordneten. Welche Mehrheitsverhältnisse sich am Ende im Bundestag mit seinen insgesamt 630 Abgeordneten herausbilden, muss sich in den kommenden Monaten aber noch zeigen. Als nächstes folgen nun zunächst Ausschussberatungen über die Initiativen, ehe es dann schließlich zu einer Abstimmung im Plenum kommt – wie oft bei schwierigen ethischen Fragen ohne sonst übliche Fraktionslinien.

Wie die Lage bei Organspenden überhaupt ist

Organe wie Nieren, Lebern oder Herzen für schwer kranke Patienten werden seit langem dringend benötigt. Im vergangenen Jahr gaben 985 Menschen nach dem Tod ein Organ oder mehrere Organe für andere frei, wie die koordinierende Deutsche Stiftung Organtransplantation ermittelte. Dies war der höchste Stand seit 2012. Zugleich standen Ende 2025 aber 8.200 Menschen auf Wartelisten. Generell gilt es als Problem, dass viele – ganz allgemein gesehen – positiv zu Organspenden stehen, aber keinen Willen dazu festhalten. Die Last einer Entscheidung fällt dann auf Angehörige von Verstorbenen zurück.

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