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Neue Auszeichnung für Forschung zur Arzneimittel-Qualität

»Sie forschen … wir fördern« ist das Motto der »Frankfurt Foundation Quality of Medicines«, die das in Pharmaziekreisen bekannte Ehepaar Dagmar und Henning Blume kürzlich gegründet hat. Im Rahmen einer Feierstunde überreichte das Stifterpaar jetzt erste Auszeichnungen.
Theo Dingermann
15.11.2021  15:00 Uhr

Dass dem Ehepaar Dr. Dagmar Blume und Professor Dr. Henning Blume die Qualität zugelassener Arzneimittel am Herzen liegt, ist für jeden nachvollziehbar, der die beiden Frankfurter Pharmazeuten kennt. So überrascht es auch nur auf dem ersten Blick, dass diese beiden die private, als gemeinnützig anerkannte Stiftung»Frankfurt Foundation Quality of Medicines« gegründet haben. Ein zentrales Anliegen dieser Stiftung ist die kritische Würdigung bestehender Qualitätssicherungskonzepte sowie die Förderung der Erforschung neuer Verfahren und Standardisierungsansätze inklusive der Implementierung innovativer Technologien.

Im Rahmen einer Feierstunde verlieh die Stiftung nun zwei Auszeichnungen. Den »Preis zur Förderung der Arzneimittelqualität«, der gemeinsam mit der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) ausgelobt und vergeben wurde, erhielt Juniorprofessor Dr. Oliver Scherf-Clavel vom Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Mit dieser Auszeichnung würdigten die Stiftung und die DPhG Arbeiten, die Scherf-Clavel im Kontext der Nitrosamin-Verunreinigungen von Sartanen durchgeführt und darin neue Wege zur Aufdeckung von Verunreinigung mit Amiden durch ungezielte Analysestrategien aufgezeigt hatte.

Den »Lifetime Achievement Award«, mit dem die Stiftung ein Lebenswerk eines Wissenschaftlers würdigt, erhielt Professor Dr. José A. Gimarães Morais. Gimarães Morais ist Professor Emeritus am Department of Pharmacological Sciences an der Universität von Lissabon. Er widmete seine Forschungsaktivitäten den Themen Bioverfügbarkeit/Bioäquivalenz, therapeutisches Drug Monitoring (TDM), Populations-Pharmakokinetik, der Qualitätskontrolle von Arzneimitteln und der Entwicklung bioanalytischer Methoden und Modellierungsansätzen zur Simulation und Vorhersage von pharmakokinetischen Parametern. Seine Arbeiten mündeten in bedeutende Forschungsergebnisse, von denen etliche zwischenzeitlich Eingang in die Bewertungssystematik kritischer Arzneiformen gefunden haben. Zudem engagierte sich der Preisträger als gefragte Kapazität nationaler und internationaler Zulassungs- und Kontrollbehörden.

Bemerkenswert war die Trophäe, die Gimarães Morais zusätzlich zu einer Urkunde von den Stiftern übergeben wurde. Dabei handelte sich um eine Skulptur, die als »Gömböc« bezeichnet wird. Dies ist ein dreidimensionaler Körper mit nur einer stabilen und nur einer labilen Gleichgewichtslage. Wie Stifter Blume erläuterte, stehe diese Eigenschaft paradigmatisch für die Ziele der Stiftung. Denn auch bei der Qualität von Arzneimittel sollte nur ein Zustand möglich sein: Die Qualität der Arznei, die über Chargen konstant zu halten ist und die der Qualität der Charge entspricht, die ursprünglich zur Zulassung geführt hat.

Dass die Realität ganz anders aussehen kann, hatte Professorin Dr. Jennifer Dressman, emeritierte Pharmazeutische Technologin an der Goethe-Universität Frankfurt, in ihrem Festvortrag erläutert und somit den Bedarf für die Anliegen der neuen Stiftung eindrucksvoll unterstrichen.

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