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Historische Traumata
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Nachkommen leiden weiter

Es gibt ein Thema, das die Psychologie lange Zeit unterschätzt hat – historische Traumata. Was steckt dahinter, wie sieht eine Therapie aus und wie kann die Gesellschaft damit umgehen?
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 17.06.2026  08:00 Uhr

Historische Traumata, ursprünglich von Sozialwissenschaftlerinnen indigener Gemeinschaften in Nordamerika geprägt, beschreiben die Nachwirkungen von Vertreibung, Gewalt und institutionellem Verrat – über Generationen. Zu solchen Spätfolgen gehören Misstrauen, Einsamkeit, Kommunikationsprobleme. Das erläuterte Andreas Maercker, Professor für Psychopathologie und klinische Intervention an der Universität Zürich, im »Springer Medizin Podcast«.

Als Beispiele für historische Traumata nennt er den Holocaust, Genozid in Ruanda, stalinistischer Terror in Osteuropa oder die Erfahrungen von Black and People of Color. Bis heute sind die Nachkommen dieser Gruppen Diskriminierung oder sozialen und ökonomischen Benachteiligungen ausgesetzt. Und genau das unterscheidet historische Traumata auch von individuellen.

Die Beziehungen zur Vergangenheit gilt es zu gestalten, betont der Experte. Zur kollektiven Heilung gehöre Gerechtigkeit. Daher hält er eine Kombination aus politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ansätzen für nötig, um die Resilienz Betroffener zu stärken.

Die psychologischen Nachwirkungen können sich laut Maercker jedoch je nach Kultur unterscheiden, gemeinsam sind ihnen Flashbacks, ein oft mit starken Emotionen verbundenes Wiedererleben eines vergangenen Ereignisses. Was die Therapie angeht, hätten sich Gruppensitzungen bewährt, in denen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zusammenkommen. Von Therapie will der Psychiater und Psychotherapeut aber nur ungern sprechen, lieber von Interventionen, von denen es eine Reihe gibt. Aber: »Noch sind wir nicht so weit die Intervention zu systematisieren«, sagt er.

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