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Biontech-Pipeline

mRNA-Krebstherapeutika in drei bis fünf Jahren

Biontech erwartet in Kürze die Studienergebnisse der auf Omikron angepassten Covid-19-Impfstoffe. Biontech-Chef Ugur Sahin gab aber auch einen Ausblick zu anderen mRNA-Therapeutika bei Krebserkrankungen und anderen Infektionen als Corona.
dpa
02.06.2022  11:00 Uhr

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech erwartet «in den kommenden Wochen» die Ergebnisse seiner laufenden klinischen Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffkandidaten. Sie sollen dann «zeitnah» mit den Zulassungsbehörden diskutiert werden, sagte Vorstandschef Professor Dr. Ugur Sahin am Mittwoch auf der Online-Hauptversammlung von Biontech. Die Behörden würden auf Basis dieser Daten das weitere Verfahren festlegen, das für eine mögliche Genehmigung einer angepassten Vakzine notwendig sein werde.

Der Erfolg des Coronaimpfstoffs habe Biontech zu einem «Immuntherapie-Powerhouse» gemacht, sagte Sahin weiter. Es gebe das Potenzial für mehrere Produkteinführungen im Kampf gegen Krebs und Infektionserkrankungen in den nächsten drei bis fünf Jahren.

Zu den wichtigsten strategischen Zielen in diesem Jahr gehörten die Weiterentwicklung des bestehenden Covid-19-Impfstoffs und die Entwicklung von Vakzinen «der nächsten Generation», um die führende Stellung von Biontech in diesem Bereich auszubauen und sich gegen mögliche neue Virusvarianten zu wappnen.

Zudem solle die bei dem Coronaimpfstoff erfolgreich verwendete mRNA-Technologie verstärkt auch bei möglichen Therapien gegen Autoimmunerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in der regenerativen Medizin getestet werden, sagte Sahin. Biontech befinde sich in einer «außergewöhnlichen Situation», die Zukunft der Medizin mitzugestalten.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Mainz hat die Zahl seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf inzwischen mehr als 3000 weltweit ausgebaut. 51 Prozent der Beschäftigten sind den Angaben zufolge Frauen, der Frauenanteil im Topmanagement liegt bei 43 Prozent.

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